Innere Medizin: Nephrologie

Nephrologie befasst sich mit der Vorsorge, dem Erkennen und der (nicht-operativen) Behandlung von Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Am Klinikum Konstanz bieten wir praktisch das gesamte Spektrum der spezialisierten nierenfachärztlichen Abklärung, Beratung und Behandlung an. Das nephrologische Institut mit Dialyse, unter der Leitung von Oberarzt Dr. Alexander Keil, ist integraler Bestandteil der I. Med. Klinik und daher können wir stationär und ambulant helfen und unterstützen. Eine umfassende und kontinuierliche Betreuung ist für nephrologische Patienten mit komplexen und zum Teil sehr schweren chronischen Krankheiten besonders wichtig.

Leistungsspektrum

Sprechstunde und Konsilien

  • Bei ambulanten und stationären Patienten klären wir akute und chronische Nieren- und Hochdruckerkrankungen sowie deren Auswirkungen auf den Patienten ab.
  • Das grundsätzliche Ziel ist es immer die Gesundheit des Patienten zu fördern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern bzw. hinauszuzögern.
  • Falls unvermeidbar bereiten wir Patienten nach entsprechender Aufklärung auf das geeignete Nierenersatzverfahren (Nierentransplantation, Bauchfelldialyse, Heimhämodialyse, Hämodialyse im Zentrum) vor.

Diagnostische Verfahren

  • Ultraschalluntersuchungen (Nieren und ableitende Harnwege, Bauchorgane, Duplexsonographie der Nierenarterien und von Dialyseshunts, Pleura/Perikarderguss, Schilddrüse und Nebenschilddrüse).
  • Schnittbildgebung und Szintigraphie in Kooperation mit der Radiologie und Nuklearmedizin.
  • Blutuntersuchungen inkl. Spezialverfahren wie Medikamentenspiegel, genetische Untersuchungen.
  • Urinanalysen inkl. der Mikroskopie, Sammelurinanalysen etc.
  • 24h-Blutdruckmessungen in Kooperation mit der Kardiologie.
  • Nierenbiopsie.

Nierenersatz- und Blutreinigungsverfahren

  • Bauchfelldialyse:
    Bei diesem Verfahren wird Ihr Blut durch einen natürlichen Filter innerhalb des eigenen Körpers gereinigt: das Bauchfell (Peritoneum). Es kleidet die gesamte Leibeshöhle vom Zwerchfell bis zur Leistengegend und die darin enthaltenen Organe aus. Das Bauchfell ist sehr gut durchblutet und besitzt, ähnlich wie ein Filter, viele kleine Poren, durch die ein Stoffaustausch erfolgen kann. Um diesen Filter zu nutzen, wird mit einer kleinen Operation ein Kunststoffkatheter in die Bauchhöhle eingesetzt. Dieser Kunststoffschlauch heilt in die Bauchwand ein und verbleibt so lange im Körper, wie das Peritonealdialyseverfahren vorgenommen wird. Über den Schlauch werden jeweils 1,5 bis 2,5 Liter einer Spüllösung in die Bauchhöhle geleitet. Nach etwa 4 bis 6 Stunden sind ausreichend „Giftstoffe“ in die Flüssigkeit übergetreten. Die mit den Giftstoffen angereicherte Spüllösung wird dann über den Katheter abgelassen, und neue Lösung wird in den Bauch eingefüllt. Dieses Behandlungsverfahren ist leicht zu erlernen. Die Bauchfelldialyse ist besonders schonend und kann sehr gut selbst vom Patienten oder einer Assistenzperson zu Hause durchgeführt werden.
    Ein Wechsel der Spüllösung nimmt etwa 20−40 Minuten in Anspruch. Sie führen diesen Wechsel etwa viermal täglich durch. Im Regelfall kann die Peritonealdialyse selbstständig ohne fremde Hilfe zu Hause vorgenommen werden. Ist aus medizinischen oder beruflichen Gründen ein Wechsel der Spüllösung tagsüber nicht möglich, kann die Peritonealdialyse auch mit Hilfe einer Maschine (ein sogenannter „cycler“) in der Nacht zu Hause durchgeführt werden. Diese Maschine nimmt die Wechsel automatisch vor, während Sie schlafen.
    Zu Beginn oder bei Krankenhausaufenthalten etc. kann die Bauchfelldialyse auch passager auf der Dialysestation erfolgen.
Quelle: Baxter
Quelle: Baxter
Quelle: Baxter
Quelle: Baxter
Quelle: FMC
Quelle: FMC
  • Hämodialyse:
    Bei diesem Verfahren wird das Blut außerhalb des Körpers gereinigt. Dafür wird es mit Hilfe einer Maschine (Dialysegerät) durch einen Filter (Dialysator) gepumpt. Er fängt die schädlichen Stoffe aus dem Blut ab, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden. Das Dialysegerät ist zu Ihrer Sicherheit mit Überwachungseinrichtungen ausgerüstet. Für die Hämodialyse muss das Gerät an ein Blutgefäß mit ausreichend großem Durchmesser („Shunt“) oder an einen speziellen Dialysekatheter angeschlossen werden. Der Shunt wird in der Regel am Unterarm angelegt. Durch eine kleine Operation wird eine Vene mit einer Schlagader verbunden: Die Vene füllt sich stärker mit Blut und wird dauerhaft erweitert. Das Blut lässt sich mit Punktionskanülen entnehmen, und es wird dem Körper nach der Passage durch den Dialysator „gereinigt“ wieder zugeführt. Wenn die Anlage eines Shunts aus medizinischen Gründen nicht möglich oder sinnvoll ist, kann statt dessen auch ein Dialysekatheter, ein sogenannter Vorhofkatheter, zum Einsatz kommen. Dazu wird ein Kunstoffkatheter unter der Haut im Bereich des oberen Brustkorbs eingepflanzt und über eine große Vene zum Herzen vorgeschoben; auch über einen solchen Katheter lässt sich dann Blut zur Reinigung entnehmen und wieder rückführen. Um Ihren Körper ausreichend zu entgiften, muss die Behandlung in der Regel dreimal pro Woche vier bis sechs Stunden vorgenommen werden. Sofern Sie dies wünschen, können Sie die Bedienung des Dialysegerätes auch selbst erlernen und in der Dialyseeinrichtung mit Hilfe einer Pflegekraft dann selbstständig durchführen (self-care-Dialyse).
  • Dialysestation
    Die Dialysestation in der Klinik West ist mit modernen Dialysegeräten ausgestattet und ermöglicht eine wohnortnahe Dialysetherapie mit umfassender pflegerischer und ärztlicher Versorgung direkt im Klinikum. Zudem bestehen Behandlungsplätze für Patienten mit speziellen Hygieneanforderungen (multiresistente Keime, Hepatitis etc.).
    Für chronische Dialysepatienten werden drei Schichten angeboten:
WochentagSchichtUhrzeit
Mo-Mi-FrBeginn der Frühschicht8:00 Uhr
Mo-Mi-FrBeginn der Spätschicht13:30 Uhr
Di-Do-SaBeginn der Frühschicht8:00 Uhr
  • (Pflegerische Leitung)
    Bei Problemen mit dem Gefäßzugang stehen versierte Shuntchirurgen im Hause ebenso zur Verfügung wie die interventionelle Radiologie. Außer den chronisch Nierenkranken werden von der Dialyse stationäre Patienten mit akutem Nierenversagen behandelt. Auf den Intensivstationen führen wir die intermittierende Hämodialyse sowie kontinuierliche Verfahren durch. Es besteht eine pflegerische und ärztliche Rufbereitschaft rund um die Uhr. Hausbesuche können nicht durchgeführt werden.
  • Feriendialyse
    Ferien- und Gast-Dialysepatienten können in begrenztem Umfang angenommen werden. Wir bitten um frühzeitige Anmeldung und Terminabsprache!
Quelle: NxStage/Fresenius
Quelle: NxStage/Fresenius
    • Heimhämodialyse
      Hämodialyse ist auch zu Hause möglich! Nach entsprechender Schulung kann die Hämodialyse auch zu Hause selbstständig durchgeführt werden. Das Verfahren bietet sich besonders für Patienten an, welche Beruf und/ oder Familie mit der Behandlung vereinbaren müssen oder Ihre Gesundheit und Fitness besonders gut erhalten möchten (insbesondere wenn keine schnelle Option zur Nierentransplantation besteht). Inzwischen sind auch kleine Dialysegeräte verfügbar, die sogar in gewissem Umfang mobil sind und keine Umbauten erfordern. Kontaktaufnahme zu Patienten unter Heimverfahren
Grafik zur Nierentransplantation
  • Nierentransplantation
    Die gespendete Niere eines anderen Menschen kann Ihre kranken Nieren ersetzen. Meist stammt das Organ von einem verstorbenen Spender; unter bestimmten Bedingungen ist auch eine sogenannte Lebendspende möglich. Die Spenderniere wird in den Unterbauch eingepflanzt. Eine Nierentransplantation kann nur dann durchgeführt werden, wenn Sie – abgesehen von Ihrer Nierenerkrankung – nicht an einer anderen schwerwiegenden Erkrankung leiden. Die transplantierte Niere ersetzt die Funktion Ihrer Nieren nahezu vollständig: Sie können fast wieder ein normales Leben führen. Allerdings müssen nach einer Transplantation lebenslang Medikamente (Immunsuppressiva) eingenommen werden. Diese sollen verhindern, dass das körperfremde Organ vom Immunsystem abgestoßen wird. Die Immunsuppressiva bewirken als unerwünschten Begleiteffekt eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber bestimmten Infektionen. Derzeit besteht in Deutschland ein sehr großer Mangel an Spenderorganen. Deshalb müssen Sie, falls für Sie eine Transplantation in Frage kommt, mit einer Wartezeit von mehreren Jahren rechnen. Zur Überbrückung der Wartezeit wird Ihnen eines der beschriebenen Dialyseverfahren angeboten. Eine Alternative stellt möglicherweise eine Lebendspende dar. Dabei spendet ein naher Verwandter oder der Lebenspartner Ihnen eine Niere. Voraussetzung sind jedoch die absolute Freiwilligkeit der Spende und der gute Gesundheitszustand des Spenders. In der Regel wird eine Verträglichkeit der Blutgruppen vorausgesetzt, unter bestimmt Umständen kann aber auch bei Blutgruppen-Ungleichheit transplantiert werden.
    Wir beraten in Fragen der Nieren (und Pankreas)transplantation und übernehmen die Transplantationsanmeldung. Die Transplantationsvor- und Nachsorge erfolgt in enger Abstimmung mit den jeweiligen Transplantationszentren.

Das Team der Nephrologie

Weitere Mitarbeiter folgen in Kürze!

Allgemeine Informationen

Grafik zur Lage der Nieren

Hochleistungsorgan Niere
Die Nieren sind nicht einfach nur die «Kläranlage» des Körpers, sondern kontrollieren auch die Zusammensetzung des Blutes hinsichtlich Salzen, Mineralstoffen und Säuren, sie regulieren den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und produzieren verschiedene Hormone (Botenstoffe). Dementsprechend gross und vielgestaltig sind die Auswirkungen eines Nierenversagens. Ein fortgeschrittenes Nierenleiden hat daher mannigfaltige Auswirkungen auf viele Bereiche der Lebensgestaltung betroffener Patienten und Patientinnen.
Zugleich stellen die Nieren gemessen an ihrer Grösse die mit Abstand meist durchbluteten Organe dar. Sie sind einer grossen Zahl an Einflüssen und auch Belastungen ausgesetzt. Dadurch erklärt sich, dass die Nierenfunktion durch eine Vielzahl von Erkrankungen anderer Organe in Mitleidenschaft gezogen werden kann und viele nierenkranke Patienten auch an Erkrankungen anderer Organe leiden.
1.800 Liter Blut filtern unsere Nieren jeden Tag. Wertvolle Stoffe werden in den Körper zurückgeführt, Giftstoffe in den Urin abgegeben. Von den 180 Litern Primärharn, die während der Filterung gewonnen werden, werden gerade mal 1,5 Liter als Urin ausgeschieden. Der Rest wird im Körper wiederverwertet.
Die Nieren sind unsere wichtigste Kläranlage. Aber sie sind mehr als das. Die kleinen Kraftpakete sind auch Hormonproduzenten und regulieren unseren Blutdruck. Erkrankungen der Niere haben daher oft fatale Folgen.
Nierenerkrankugen werden häufig erst spät erkannt, denn die Nieren leiden still. Häufig wissen und merken die Betroffen nichts von ihrer Erkankung.
Häufig ist die Nierenerkrankung auch ein Anzeichen für die Grundkrankheit (z.B. Vaskulitis, Lupus, Diabetes, Bluthochdruck, multiples Myelom etc.)

Was schadet den Nieren?
Schon mit 30 Jahren nimmt die Nierenleistung langsam ab. Kommen noch Bluthochdruck oder Diabetes hinzu wird es problematisch. Die Erkrankungen greifen das Nierengewebe an. Auf die Dauer schädigen sie die Nieren, die Leistung nimmt immer mehr ab. Auch Nikotin sowie eine salz- und zuckerreiche Ernährung gehen auf die Nieren. Was viele nicht wissen: rezeptfreie Medikamente wie z.B. Schmerzmittel sind ebenfalls schädlich für die Nieren. Bluthochdruck und Nierenerkrankungen bedingen sich wechselseitig. Während anhaltender Bluthochdruck den gesamten Körper belastet und eine Niereninsuffizienz auslösen kann, kann hoher Blutdruck umgekehrt auch erst durch Nierenerkrankungen entstehen. „Deshalb ist es so wichtig, die Krankheitsbilder gesamtheitlich zu behandeln.

Wie schützt man die Nieren?
Natürlich soll man ausreichend trinken, aber sehr viel trinken hat leider keinen schützenden Effekt. Haben Betroffene bereits chronische Nieren- oder Herzkrankheiten ist zu viel Flüssigkeit schädlich.
Auch eine positive Wirkung von Blasen- und Nierentees konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Der sogenannte «Nierengurt» schützt die Nieren auch nicht vor dem «Auskühlen», sondern wärmt die Muskulatur der Lendenwirbelsäule. Die Nieren selber sind nicht schmerzhaft versorgt und sind durch eine dicke Fettschicht gut vor Unterkühlung geschützt.
Man schützt die Nieren durch Normalisierung des Gewichts, Ausdauertraining, die gute Einstellung von Blutzucker, Blutfetten und Blutdruck, sowie das Vermeiden von Rauchen und nierenschädlichen Substanzen (insbesondere Schmerzmittel). Bei der Ernährung sollte man auf eine salzreduzierte, pflanzliche Ernährung achten, sofern hohe Kaliumwerte noch keine Rolle spielen.
Auch die Durchführung der empfohlenen Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchen ist sehr sinnvoll!

Kontakt

Dialyse (inkl. Anfrage für Feriendialyse)
Tel: 07531 801-2840
Fax: 07531 801-1439
E-Mail

Ambulanz
Tel: 07531 801-1435
Fax: 07531 801-1439

Öffnungszeiten
Mo-Mi-Fr ab 8:00 Uhr (Frühschicht)
Mo-Mi-Fr ab 13:30 Uhr (Spätschicht)
Di-Do-Sa ab 8:00 Uhr (Frühschicht)

In dringenden Fällen erreichen Sie uns auch außerhalb der Öffnungszeiten über die Pforte des Klinikums Konstanz. Tel: 07531 801-0

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