Babyklappe Singen nimmt Betrieb auf

23. Feb 2010

Kinderklinik Singen ist Teil eines Netzwerkes zum Schutz von anonym abgegebenen Kindern

(Singen). Als „letzten Notnagel für Mütter in verzweifelten Situationen“ will Landrat Frank Hämmerle die frisch installierte Babyklappe an der Rettungswache Singen der DRK Rettungsdienst GmbH im Landkreis verstanden wissen. Hämmerle ist Vorsitzender der Kreis-DRK und hatte sich als solcher nicht nur für den Standort stark gemacht, sondern auch die Schirmherrschaft über die Aktion Babyklappe des Singener Vereins „Widmann hilft Kindern“ übernommen. Im Landkreis Konstanz gibt es eine Reihe von Einrichtungen und Initiativen, so auch das neue „Babyforum“ des Kreisjugendamtes, die im Vorfeld greifen und den schlimmsten Fall zu verhindern versuchen. Dennoch, es gebe auch Fälle wo alle Hilfsbemühungen und Angebote nicht fruchten, so Hämmerle mit dem Verweis auf den Fund eines toten Babys im vergangenen Jahr in Engen-Anselfingen. Und für diese Fälle sei die Klappe eine „sinnvolle und richtige Maßnahme“. Er sei dem Verein als Initiator und Geldgeber deshalb sehr dankbar.
Die Babyklappe wurde am Mittwoch, 21. April, um 14 Uhr, im Rahmen eines kleinen Festaktes bei der DRK Singen ihrer Bestimmung übergeben. Hämmerle wie auch später der Singener Oberbürgermeister Oliver Ehret betonten, dass dies nicht zuletzt wegen der Nähe zur Klinik für Kinder und Jugendliche am Hegau-Bodense-Klinikum Singen und der Möglichkeit zur unerkannten, anonymen Abgabe ein guter Standort sei und erklärten, dass die Babyklappe in ein ganzes Netzwerk eingebunden sei. Dieses besteht aus dem Betreiber (Verein Widmann hilft Kindern), den Betreuern (DRK Rettungsdienst GmbH), dem Amt für Gesundheit und Versorgung, der Kinder- und Jugendklinik Singen, dem Familiengericht Singen, der Stadt Singen (Ordnungsamt und Standesamtsaufsicht) sowie der Singener Polizei.
Für das Auffinden eines Babys in der Babyklappe Singen regelt ein Ablaufplan das genaue Vorgehen. Das Kind gilt ab dem Zeitpunkt der Ablage in die Babyklappe vom Jugendamt als in Obhut genommen und es darf ohne Entscheidung des Jugendamtes an keine dritte Person herausgegeben werden. Wird ein Kind in die Klappe abgegeben, erfolgt ein Signal in der Rettungsleitstelle in Radolfzell. Die Rettungsleitstelle ruft sofort bei der neonatologischen Intensivstation der Kinder- und Jugendklinik Singen an und bringt das Baby in die Klinik wo die Erstversorgung und die medizinische Betreuung statt findet. Die Rettungsleitstelle informiert die Stadt Singen, die Kinderklinik informiert das Kreisjugendamt über die Abgabe des Babys. Das Kreisjugendamt kümmert sich um die Vormundschaft und die Einleitung eines Adoptionsverfahrens. Sollte sich die leibliche Mutter binnen acht Wochen Bedenkzeit melden und das Kind zurück wollen, wird das erforderliche Verfahren beim Familiengericht eingeleitet.
In Deutschland gibt es rund 100 Babyklappen, informierte Rudi Babeck, Vorsitzender des Vereins „Widmann hilft Kindern“, die erste wurde 1990 in Hamburg installiert, in Baden-Württemberg wurde die erste Babyklappe 2001 in Karlsruhe in Betrieb genommen. Bundesweit seien im Jahr 2008 143 Säuglinge in Babyklappen abgegeben worden, informierte Babeck. Sein Verein war über „schockierende Berichte über Kindstötung und Kindesmisshandlung“ zur Idee der Babyklappe für den Landkreis Konstanz gekommen und hatte rund 40.000 Euro gesammelt. Mit dem Geld wurde die mit einer Videokamera überwachte Babyklappe finanziert, allein die mit einer speziellen Sensorik ausgestattete Klappentür koste rund 20.000 Euro, so Babeck. Außerdem wird aus den Spendengeldern der Betrieb im ersten Jahr einschließlich monatlicher Wartung finanziert und die Erstausstattung eines Babys für die ersten zehn Wochen. -aj-

Besucherregelung verschärft: Zutritt nur mit FFP2-Maske und negativem Antigentest

Liebe BesucherInnen, liebe Angehörige,

im Zuge einer weiteren neuen Corona-Verordnung des Landes vom 1. Februar 2021 gelten nochmalig verschärfte Vorgaben für BesucherInnen zum Schutz der PatientInnen und der MitarbeiterInnen.

Besuche sind im GLKN weiterhin in Ausnahmen nach vorheriger telefonischer Absprache mit dem behandelnden Arzt möglich.

Menschen, die in den letzten vier Wochen an COVID-19 erkrankt waren oder bei denen ein unwiderlegter Verdacht auf eine Erkrankung besteht, sind zum Schutz der Patienten und des Personals von einem Besuch ausgeschlossen.

Wenn Sie einen ambulanten Untersuchungs- oder Behandlungstermin oder in einer Sprechstunde haben, teilen Sie dies an der Eingangskontrolle mit.

Das Tragen einer FFP2–Maske, auch im Krankenzimmer, ist vorgeschrieben. Bitte bringen Sie eine geeignete FFP2  Maske selber mit (ohne Ausatemventil). In Einzelfällen können diese Masken bei der Eingangskontrolle gegen eine Gebühr erworben werden. Das gilt auch für ambulante Patienten sowie Patienten der Zentralen Notaufnahmen.

Darüber hinaus schreibt das Land vor, dass Besucher stationärer Patienten einen negativen Antigentest vorweisen müssen - das gilt für den Innen- als auch für den Außenbereich unserer Kliniken. Das Testergebnis darf nicht älter als 48 Stunden sein. Fragen Sie bitte den behandelnden Arzt bei der Einholung der Besuchserlaubnis wie das Prozedere am jeweiligen Klinikstandort ist.

Bitte desinfizieren Sie beim Betreten der Klinik Ihre Hände. Die Einhaltung der Abstandsregel gilt auch im Krankenhaus.

Das Betreten der Kliniken ist nur über die zentralen Haupteingänge gestattet.

Wir bitten unsere Besucherinnen und Besucher um Verständnis und um strikte Einhaltung der Besucherregelung. Vielen Dank.

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