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Klinik für Urologie und Kinderurologie

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Klinik für Urologie u. Kinderurologie: Allgemeine Infos

Krankheitsbilder

Die unten aufgeführten Erkrankungen bilden Schwerpunkte in der Urologie. Daher möchten wir Ihnen im Folgenden einige Grundzüge erklären:

Krebsvorsorgeuntersuchung des Mannes Prostatakarzinom

Mithilfe von Krebsvorsorge-Untersuchungen können eine Reihe von Tumoren in einem Frühstadium entdeckt werden (bei der Frau liegt der Schwerpunkt der Vorsorgeuntersuchungen im frauenheilkundlichen Bereich, daher gehen wir hier nicht weiter darauf ein).

Beim Mann können speziell Tumoren der Prostata, der Nieren, der Blase, sowie der Haut und des Darmes entdeckt werden. Als Empfehlung gilt, dass Männer ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich die Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen sollen. Dabei werden folgende Untersuchungen beim Mann durchgeführt:

  • Untersuchung der Haut
  • Austastung der Prostata (Fingeruntersuchung durch den Anus)
  • Hämoccult-Test (Stuhlproben auf Blut im Stuhlgang)

Zusätzlich zu diesen vorgeschriebenen Untersuchungen werden an unserer Klinik folgende Untersuchungen kostenfrei durchgeführt:

  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Schwerpunkt Nieren und Blase)
  • Blutentnahme zur Bestimmung des PSA-Wertes (Prostatakrebs-Vorsorge)
  • Interessierte Männer können einen Termin im Rahmen unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde vereinbaren.
  • Krankheitsbilder
  • Krebsvorsorgeuntersuchung beim Mann

Interessierte Männer können einen Termin im Rahmen unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde vereinbaren.

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist ein Schwerpunktthema der Urologischen Klinik. Wir führen an unserem Klinikum die Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms durch. Interessierte Patienten können sich in unserer urologischen Tumorsprechstunde vorstellen. Die Krebsvorsorge-untersuchung wird im Rahmen unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde durchgeführt.

Häufigkeit

Das Prostatakarzinom ist mittlerweile der häufigste Tumor des Mannes mit Ausnahme von Hauttumoren. Man schätzt heute das Risiko eines Mannes an einem Tumor der Prostata zu erkranken auf ca. 25 %, d.h. jeder 4. Mann wird im Laufe seines Lebens an diesem Tumor erkranken. Prostatatumoren treten im höheren Alter auf, der Häufigkeitsgipfel liegt bei ca. 70 Jahren. Aber bereits ab dem 40. Lebensjahr können diese Tumoren bei Männern gefunden werden.

Diagnostik

Die Diagnostik beruht im wesentlichen auf drei Untersuchungsmethoden, einer Blutabnahme, einer Untersuchung der Prostata durch Abtasten und dem Ultraschall. Wenn sich aus diesen drei Untersuchungen der Verdacht auch einen Tumor ergibt wird eine Biopsie der Prostata zur Diagnosesicherung empfohlen.

Bei der Blutentnahme wird das prostata-spezifische Antigen (PSA) bestimmt. PSA ist Eiweißmolekül welches von Prostatazellen gebildet wird, vermehrt wird dieses Eiweiß aber von Tumorzellen produziert. Der PSA Wert gilt als der beste Vorhersageparameter für Tumoren heutzutage. Man kann keinen Grenzwert angeben ab dem ein Tumor vorliegt bzw. unter dem Wert nur gutartige Veränderungen vorhanden sind. Der Grenzwert hängt von mehreren Faktoren ab, insbesondere dem Alter des Mannes, der Größe der Prostata, u.a. Ihr Urologe wird mit Ihnen den PSA-Wert besprechen und die Bedeutung in Ihrem speziellen Fall diskutieren.

Bei der Abtastung der Prostata wird mit dem Finger durch den Enddarm die Prostata ertastet, welche sich im falle einer gesunden Prostata als glatt und weich tastet. Im Falle einer bösartigen Veränderung sind Verhärtungen der Drüse zu tasten.

Der transrektale Ultraschall der Prostata (d.h. Ultraschall der Prostata mittels einer Ultraschallsonde im Enddarm) kann neben der Größe der Prostata auch Veränderungen innerhalb der Drüse aufzeigen, welche Hinweise auf bösartige Veränderungen sein können.

Die Biopsie (Gewebeprobeentnahme) der Prostata wird ultraschallgesteuert durchgeführt. Dabei wird mit einer dünnen Nadel in örtlicher Betäubung durch die Darmwand in die Prostata gestochen ein kleiner Zylinder von Prostatagewebe entnommen. Insgesamt werden bei einer Biopsie 10 Proben entnommen. Die Biopsie ist nahezu schmerzfrei und kann ambulant durchgeführt werden. Bei der Biopsie kann kein Tumor verschleppt werden, so dass es sich um eine sehr sichere Methode handelt. Ihr Arzt wird mit Ihnen alle Einzelheiten des Verfahrens vor der Durchführung besprechen, gerne können sie hierzu auch einen Termin in unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde vereinbaren.

Das Prostatakarzinom ist nur in Frühstadien heilbar. In diesen Frühstadien findet man keine Symptome, welche durch den Tumor ausgelöst werden. Deswegen empfehlen wir die regelmäßige Krebsvorsorge des Mannes ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich.

Therapie

Das Prostatakarzinom ist nur in Frühstadien heilbar, es gibt zwei Therapieformen welche eine Heilung bringen können, die Radikaloperation der Prostata und die Bestrahlung der Prostata (entweder von außen durch die Haut oder mittels Einpflanzung von kleinen radioaktiv strahlenden Metall-Partikeln, der sogenannten Brachytherapie oder Seedimplantation). Welche Therapie welche Vorteile bzw. Nachteile mit sich bringt kann in aller Ausführlichkeit hier nicht diskutiert werden, deswegen wird der Urologe mit dem Patienten die Therapieoptionen, die für ihn in Frage kommen, ausführlich diskutieren.

Für die Operation gilt, dass es zwei spezifische Komplikationen geben kann, die neben generellen Komplikationen auftreten können, die bei jeder Operation vorkommen können. Zum einen ist dies die Urin-Inkontinenz (eingeschränkte Fähigkeit des Wasserhaltens nach der Operation) und zum anderen eine erektile Dysfunktion (Verlust einer ausreichenden Gliedsteife). Eine Verbesserung der Operationsverfahren hat hierzu speziell in den letzten Jahren ausgiebige Verbesserungen für die Patienten erreicht. Für Zentren mit ausreichender Erfahrung kann man heutzutage feststellen, dass bei den meisten Männern nach einer Radikaloperation das Wasserlassen und Wasserhalten wie vor der Operation funktioniert. Sogar die für die Gliedsteife zuständigen Nerven können bei günstigen Ausgangsbedingungen in ausgewählten Patienten erhalten werden (nervschonende Operationstechnik), so dass eine Chance für einen Erhalt der Gliedsteife besteht. Wir empfehlen ihnen dass sie dieses Thema bei ihrem Urologen frühzeitig ansprechen, oder dass sie für eine Beratung bei uns einen Termin in unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde vereinbaren.

An der Urologischen Klinik am Klinikum Konstanz bieten wir die Radikaloperation der Prostata an. Als erfahrenes Zentrum führen wir eine spezielle Technik zur Verbesserung der Kontinenz (Wasserhalten) durch. In ausgewählten Patienten führen wir auch die nervschonende Operationstechnik durch mit dem Ziel des Erhaltes der Gliedsteife.

BPH (Benigne Prostatahyperplasie)

Die Prostata (= Vorsteherdrüse) ist ein drüsiges Organ, das beim Mann zwischen Harnblase und Harnröhrenschließmuskel liegt. Sie umschließt die Harnröhre und ist beim jungen, erwachsenen Mann etwa so groß wie eine Kastanie, d.h. sie hat ein Volumen von etwa 20 ml. Durch den Einfluss der männlichen Geschlechtshormone kommt es bei jedem Mann zu einer Größenzunahme der Prostata. Dabei kann die Prostata ein Volumen von über 100 ml erreichen. Dadurch kann die Prostata die Harnröhre zusammendrücken und somit einen erhöhten Ausflusswiderstand für den Urin erzeugen, der durch die in der Prostata liegenden Harnröhre nach außen fließen muss.

Typische Beschwerden die durch die gutartige Vergrößerung der Prostata entstehen:

  • erschwertes Wasserlassen,
  • abgeschwächter Harnstrahl,
  • häufiges Wasserlassen,
  • häufiges nächtliches Wasserlassen,
  • plötzlich auftretender, zwanghafter Harndrang,
    gelegentlich mit unkontrolliertem Harnverlust,
  • Restharnbildung oder Restharngefühl.

Diese Beschwerden können einzeln oder in Kombination miteinander auftreten. Dabei spielt die Größe der Prostata interessanterweise keine Rolle für die Anzahl oder die Heftigkeit der Beschwerden (d.h. dass z.B. eine Prostata mit einem Volumen von 50 ml den Harnstrahl stärker abschwächen kann, als eine Prostata mit einem Volumen von 150 ml, aber auch andersherum).

Die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung richtet sich weitestgehend nach dem subjektiven Beschwerde-Empfinden des einzelnen betroffenen Patienten und muss immer im Einzelfall im Gespräch zwischen Arzt und Patient entschieden werden. Den einzigen zwingenden medizinischen Grund für eine Behandlung stellt eine längerfristige Bildung von höheren Restharnmengen dar, da die Blase dadurch langfristig überdehnt werden kann. Dadurch verliert diese mit der Zeit ihre Fähigkeit, sich aktiv zusammenzuziehen und somit den Urin zu entleeren. Diese Unfähigkeit, Urin zu entleeren bleibt im ungünstigsten Fall dann auch nach einer erfolgreichen Behandlung der Prostatavergrößerung durch Senkung des Ausflusswiderstandes bestehen.

Behandlungsmöglichkeiten für die BPH

Medikamente

Medikamente, die zur Verfügung stehen unterteilen sich grob in drei Gruppen:
sogenannte alpha-Blocker: senken den Ausflusswiderstand (sofortiger Wirkungseintritt),
sogenannte 5-alpha-Reduktase-Hemmer: verkleinern das Prostata-Volumen (Wirkungseintritt verzögert),
pflanzliche BPH-Medikamente: werden zur Vorbeugung und zur Behandlung eingesetzt. Sie wirken durch unterschiedliche Mechanismen. Wirksamkeit wurde für einige, jedoch nicht für alle pflanzlichen BPH-Medikamente in Studien nachgewiesen.

Instrumentelle (operative) Behandlung

Für die instrumentelle (operative) Behandlung werden mehrere Verfahren eingesetzt. Aus unserer Sicht, die mit den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Europäischen und der Amerikanischen Urologenvereinigung übereinstimmt, muss eine instrumentelle Behandlung das innere, gutartig vergrößerte Prostatagewebe abtragen. Dafür kommen ein Teil der angebotenen Laserverfahren in Frage, goldener Standard ist zweifellos die „Trans Urethrale Elektro Resektion der Prostata“ (TURP = Abtragung von Prostatagewebe durch die Harnröhre). Hierbei geht der Operateur mit einem Sicht-instrument in die Harnröhre ein, erreicht auf diesem Wege die Prostata und kann mit einer Schlinge das krankhaft vermehrte Prostatagewebe abtragen. Der Krankenhaus-aufenthalt beträgt bei dieser Operationstechnik in der Regel lediglich 5-7 Tage.

Sollten sie weitere Fragen zur gutartigen Prostata-Vergrößerung, ihrem Beschwerdebild, der zugehörigen Untersuchungen oder Behandlung haben, vereinbaren sie bitte einen Termin in unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde.

Harnblasenkarzinom

Allgemeines

Das Harnblasenkarzinom stellt 2% aller bösartigen Tumoren des Menschen dar. Männer sind etwa 3x häufiger als Frauen betroffen. Das mittlere Alter bei Entdeckung eines Harnblasenkarzioms beträgt 65-70 Jahren. Bei Erstdiagnose haben etwa 75 % der Patienten ein oberflächliches Harnblasenkarzinom, 20 % einen muskelinvasiven Tumor und 5 % ein bereits fortgeschrittenes Stadium mit Bildung von Tochtergeschwülsten in Organen wie z.B. Lunge, Leber, Knochen, Gehirn oder Lymphknoten.

Primäre Blasentumore

Als solche bezeichnet man Tumore, die zuerst in der Harnblase selbst entstehen. Dort können sie einzeln oder mehrfach vorkommen und zu unterschiedlichen Beschwerden führen.

Sekundäre Blasentumore (Metastasen)

Folgende Tumorarten können durch Streuung über den Blut- oder Lymphweg zu Tochtergeschwülsten (Metastasen) in der Blase führen: Mamma-, Magen-, Bronchialkarzinom, Melanom der Haut. In seltenen Fällen werden zuerst die Metastasen dieser Tumore in der Blase entdeckt.

Symptome

Häufigstes Symptom ist das schmerzlose Auftreten von sichtbarem Blut im Urin (Makrohämaturie). Ferner können Beschwerden, wie z.B. bei einem Harnwegsinfekt mit Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen tags und nachts, Drangsymptomatik und unwillkürlicher Urinverlust auftreten. Durch Wachstum eines Tumors in der Nähe der Harnleitermündungsstellen in der Blase kann es zu einer Abflußbehinderung des Urins aus diesem Harnleiter und der dazugehörenden Niere kommen. Dies kann einseitig, aber auch beidseitig vorkommen. Dies kann zu ein- oder beidseitigen Flankenschmerzen führen. Bei Vorliegen eines von der Blase in die Nieren aufsteigenden Harnwegsinfektes kann deshalb auch Fieber und Schüttelfrost auftreten. In einigen Fällen kann ein Blasentumor aber auch gar keine Beschwerden verursachen und wird nur als Zufallsbefund z.B. im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Diagnostik

Zunächst erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Dazu sollten die Ergebnisse sämtlicher von Hausarzt, Urologen oder von anderen Arztkollegen veranlassten Untersuchungen, einschließlich aller schriftlichen Befunde und Röntgenbilder mitgebracht werden. Nach einer körperlichen Untersuchung (beim Mann einschließlich der rektalen Abtastung der Prostata) erfolgen eine Blutabnahme sowie die Untersuchung des Urins einschließlich einer Sonographie von Nieren, Blase, Restharn, des Bauchraumes und ggf. der Prostata (transrektal).

Eine Röntgenuntersuchung mit Gabe von Röntgenkontrastmittel über eine Vene (Ausscheidungsurogramm: Darstellung der Nieren, Harnleiter und Blase) dient der Überprüfung möglicher Erkrankungen der genannten Organe: z.B. Steine, Entzündungen, Tumoren, Anomalien. Falls bei Ihnen Allergien, insbesondere gegen Röntgenkontrastmittel bekannt sind, sollten Sie dies dem untersuchenden Arzt mitteilen. Falls Sie einen Allergie-Pass besitzen, sollten Sie diesen Ihrem untersuchenden Arzt vorlegen.

Zur Diagnosesicherung kann eine Harnröhren- und Blasenspiegelung erforderlich sein. Diese erfolgt in Rückenlage in örtlicher Betäubung und wird in der Regel vom Patienten gut toleriert. Dabei kann eine Spülprobe aus der Harnblase (Blasenspülzytologie) gewonnen werden. Diese wird unter dem Mikroskop auf Tumorzellen untersucht.

Bei fortgeschrittenen Blasentumoren (Einwachsen in die Blasenmuskulatur) oder Bildung von Tochtergeschwülsten in verschiedenen Organen können folgende Untersuchungen zusätzlich erforderlich werden:

  • Computertomographie (CT) von Bauch, Becken und Brustraum (ggf. Schädel)
  • Skelettszintigraphie (Untersuchung der Knochen)
  • Kernspintomographie (selten

Therapie

Therapie oberflächlicher Harnblasenkarzinome

Zunächst erfolgt die transurethrale (durch die Harnröhre) Abtragung des/der Blasentumors/e mittels elektrischer Schlinge unter Sicht. Ferner erfolgt eine zusätzliche Entnahme von Gewebe aus Bezirken der Blase, welche mit dem bloßen Auge eine unauffällige Blasenschleimhaut aufweisen. An solchen „unauffälligen“ Stellen können winzige Tumoren oder deren Vorstufen bereits vorhanden sein. Der Eingriff erfolgt in rückenmarksnaher Teilnarkose oder in Vollnarkose. Am Ende der Operation wird ein Blasenspülkatheter eingelegt, der in der Regel am nächsten Tag entfernt wird.
Das im Rahmen der Operation gewonnene Material wird feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht. Das Ergebnis beinhaltet die Festlegung ob der „Tumor“ gutartig oder bösartig ist. Bei Vorliegen eines bösartigen Tumors wird die Tumorausdehnung (Tumorstadium: oberflächlich oder muskelinfiltrierend) sowie das Ausmaß der Bösartigkeit (Grade1-4) bestimmt.

ei oberflächlichen Tumoren kann die erste Operation zur Gewebeabtragung und Diagnosesicherung auch bereits die Therapie beinhalten. In manchen Fällen muß zur Bestimmung der endgültigen Tumorausdehnung nach 3-4 Wochen eine nochmalige Abtragung des Tumorgrundes (Nachresektion) erfolgen. In Abhängigkeit der Befunde kann die Durchführung einer Instillationsbehandlung von bestimmten Medikamenten (Chemotherapeutika: z.B. Mitomycin C, Adriamycin, Epirubicin oder Immunstimulantien: z.B. BCG) in die Blase zur Verhinderung des erneuten Auftretens eines Blasentumors erforderlich sein. Diese Therapie erfolgt in der Regel ambulant durch den zuweisenden Urologen. Wichtig sind in jedem Falle die sorgfältige Durchführung regelmäßiger Kontrolluntersuchungen durch den betreuenden Urologen (einschließlich regelmäßiger Blasenspiegelungen), um das Auftreten eines Rezidivtumors rechtzeitig zu erkennen.

Therapie muskelinfiltrierender Harnblasenkarzinome

Radikale operative Entfernung der Harnblase und Harnableitung

Bei einem muskelinvasiven Blasentumor ohne Vorliegen von Tochtergeschwülsten oder bei bestimmten Formen von oberflächlichen, rezidivierenden (wiederaufgetretenen) Blasentumoren ist die komplette Entfernung der Blase einschließlich der nachfolgend beschriebenen Organe notwendig:

  • Beim Mann: erfolgt die Operation wegen einem bösartigen Blasentumor, so werden die gesamte Harnblase, die Prostata, die Samenblasen und die Lymphknoten des kleinen Beckens entfernt. Da prinzipiell das Risiko besteht, daß der Blasentumor die Prostata mitbefallen hat oder in der Prostata bereits unbemerkt eine bösartige Geschwulst (Prostatakrebs) vorhanden ist bzw. später auftritt, ist es notwendig die Prostata mit den Samenblasen zu entfernen.
  • Bei der Frau: bei der Frau erfolgt bei einem bösartigen Blasentumor neben der Entfernung der Harnblase und der Lymphknoten im kleinen Becken in der Regel die Entnahme von Gebärmutter, beider Eierstöcke, beider Eileiter und einem Teil der Scheide.

In der Regel erfolgt vor einer kompletten Entfernung der Harnblase eine erweiterte Diagnostik.

Die Entfernung der Blase (Zystektomie) wird unter Betrachtung aller relevanter Befunde zusammen mit dem Patienten und falls gewünscht auch mit seinen Angehörigen, den Narkoseärzten (Anästhesisten) und ggf. Chirurgen besprochen. Die Technik des Eingriffes ist standardisiert. Die Art der Harnableitung hängt von den prä- und intraoperativen Befunden sowie dem Wunsch des Patienten ab. Prinzipiell gibt es hierbei folgende Möglichkeiten:

Trockene (kontinente) Harnableitungen:

  • Bildung einer Ersatzblase aus Dünn- und/oder Dickdarm mit Anschluß an die Harnröhre. Die Entleerung der Ersatzblase erfolgt auf natürlichem Wege über
    die Harnröhre bevorzugt in sitzender Position (tags 4-6x, nachts 1-2x).
  • Bildung einer Ersatzblase aus Dünn- und/oder Dickdarm mit Anschluß über
    ein Stoma (griechisch Stoma= Mund, Öffnung; bestehend aus Blinddarm
    oder Dünndarm) an den Nabel oder an einer anderen Stelle der Bauchwand.
    Die Entleerung der Ersatzblase erfolgt täglich mittels regelmäßigem, sauberen Einmalkatheterismus (tags 4-6x, nachts 1-2x) durch den Patienten.

Nasse (inkontinente) Harnableitungen:

  • Bildung eines Ileo- oder Kolostomas aus Dünn- oder Dickdarm mit Anschluß an die Bauchwandhaut (Ileumkonduit, Kolonkonduit). Da aus dem Stoma kontinuierlich Urin fließt, wird dieser in einem Auffangsystem (u.a. mittels Beutel), welches direkt auf die Haut geklebt wird, gesammelt.
  • Nach Einpflanzung eines Harnleiters in den anderen Harnleiter (y-förmig) erfolgt die Einpflanzung des längeren Harnleiters direkt in die Bauchwandhaut (Transuretero-ureterokutaneostomie). Ebenso ist das direkte Einpflanzen jedes Harnleiters einzeln direkt in die Bauchwandhaut möglich. Da hierbei ebenfalls kontinuierlich Urin aus der Harnleiteröffnung fließt, wird dieser in einem Auffangsystem, welches direkt auf die Haut geklebt wird, gesammelt. Diese Form der Harnableitung wird jedoch nur sehr selten angewandt.

Bestrahlung ohne oder mit Chemotherapie (Radiochemotherapie)

Manche Patienten kommen für eine operative Entfernung der Harnblase aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustandes nicht in Frage oder lehnen die Operation ab. Bei diesen Patienten kann eine lokale Bestrahlung der Blase einschließlich ihrer lokalen Lymphabflusswege erfolgen. Dazu erfolgt zunächst eine nochmalige transurethrale Resektion des Blasentumors, um möglichst viel Tumor vor Beginn der Bestrahlung zu entfernen. Die Bestrahlung erfolgt von außen (perkutan), meist ambulant und unter Zugabe eines Chemotherapeutikums (Radiochemotherapie, z.B. mit Cisplatin oder Gemcitabine). Die Behandlung erfolgt in der Regel täglich über 6 Wochen, Montag bis Freitag mit einer Pause an den Wochenenden.

Therapie des metastasierten Harnblasenkarzinoms

Bei Vorliegen einer metastasierten Erkrankung, d.h. bei Auftreten von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in anderen Organen des Körpers (Leber, Lunge, Knochen, Gehirn) oder in Lymphknoten erfolgt meist zunächst eine Chemotherapie.

Diese besteht in der Regel aus der Gabe von mehreren Substanzen (Chemotherapeutika: z.B. Gemcitabine/Cisplatin (Carboplatin), Taxane/Cisplatin (Carboplatin) oder Methotrexat/Vinblastin/Adriamycin/Cisplatin = MVAC-Schema) in einer bestimmten Reihenfolge (Zyklus). Jeder dieser Zyklen wird in einem bestimmten Rhythmus wiederholt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen mittels Computertomografie (Röntgenschichtbilder) und ggf. Knochenuntersuchungen (Skelettszintigrafie) dienen hierbei der Therapiekontrolle. Im Verlauf der Therapie kann der Wechsel des Therapieschemas notwendig sein. Ferner kann die lokale Bestrahlung einer Metastase, z.B. zur Schmerzlinderung, erforderlich sein. Grundsätzlich sollte die Behandlung einer fortgeschrittenen Blasentumorerkrankung in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt, dem niedergelassenen Urologen/Onkologen und dem Krankenhaus erfolgen.

Ziel ist es, dem Patienten so lange wie möglich das Leben zu Hause, im Idealfall zusammen mit seinen Angehörigen, zu ermöglichen.

Kontrolluntersuchungen

Bei jedem Patienten, der wegen eines bösartigen Harnblasentumors behandelt wurde oder wird, sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen durch einen Facharzt für Urologie erfolgen.

Bei Patienten mit oberflächlichen Harnblasentumoren bestehen diese u.a. aus regelmäßigen Harnröhren- und Blasenspiegelungen sowie Ultraschall und ggf. Röntgenuntersuchungen. Bei Patienten, bei denen die Harnblase vollständig entfernt wurde, sind neben Ultraschall- und Laboruntersuchungen auch Computertomografien und ggf. Knochenuntersuchungen (Skelettszintigrafien) und Spiegelungen der Ersatzblase (1x/Jahr ab dem 4. Jahr) notwendig.

Wichtig ist das sorgfältige Ausfüllen des Nachsorgekalenders, aus dem die bisherige Therapie und die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen ersichtlich sind. Patienten mit Entfernung der Harnblase und Anlage einer Ersatzblase sollten diesen am besten stets bei sich tragen. Die Kenntnis der Form der Harnableitung ist für die Versorgung des Patienten im Notfall wichtig für den behandelnden Arzt (z.B. Notarzt).

Selbsthilfegruppen/Fachverbände

Zusätzlich zu der Betreuung durch Ihren Hausarzt, Urologen und Stoma-Therapeuten besteht für Sie u.a. die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu den nachfolgend genannten Selbsthilfegruppen bzw. Fachverbänden. Im Gespräch durch Mitpatienten besteht für Sie die Möglichkeit, sich besser zu informieren und mit Ihrer Erkrankung und der Stomaversorgung besser umzugehen.

Deutsche ILCO e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Landshuter Straße 30, 85356 Freising
Tel: 08161 934301 oder 934302

Selbsthilfegruppe „Stoma und Inkontinenz“
Leitung: Christel und Karl-Heinz Trenz
Am Hart 1d, 85375 Neufahrn
Tel: 08165 60070

Nierenerkrankungen

In unserer Urologischen Klinik wird das gesamte Spektrum urologischer Diagnostik und Therapie der Nierenerkrankungen durchgeführt. Nachfolgend eine Auswahl der wichtigsten Tätigkeitsfelder:

Nierensteinleiden

In der klinikeigenen Röntgenabteilung können verschiedene Arten der Nierensteinbehandlung durchgeführt werden. Hierzu gehört die Auflösung von Steinen mittels Schallwellen (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, sog. ESWL). Dies kann ohne Narkose durchgeführt werden, erfordert aber einen kurzen stationären Aufenthalt.
Auch bei sehr großen, das Nierenbecken ausfüllenden Steinen, muss heute nur noch sehr selten offen operiert werden. Durch das Verfahren der sog. perkutanen Nephrolithotripsie (PNL) können über einen kleinen Schnitt in der Flanke Steinmaterialien abgesaugt oder durch die Stoßwellentherapie aufgelöst werden.

Nierentumore

Das operative Spektrum in der Behandlung der Nierentumore umfasst die Entfernung der gesamten Niere, aber auch die begrenzten Eingriffe, wie die Nierenteilentfernung oder die Geschwulstauschälung.

In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik wird auch sie sog. selektive Tumor-embolisation durchgeführt. Bei diesem Verfahren kann die Blutversorgung einer Ge-
schwulst unterbrochen werden, so dass ein Absterben des Gewebes herbeigeführt wird.

Nierenbecken- und Harnleiterverengungen

Von Geburt an oder durch spätere Zweiterkrankungen bedingt, können Verengungen im Bereich des Nierenbeckens oder des oberen Harnleiter auftreten, die den Abtransport des Urins aus der Niere behindern. Wir bieten verschiedene operative Verfahren an, um diese Engstellung zu korrigieren.
Sollten sie weitergehende Fragen zu einem dieser Themen haben, oder eine persönliche Beratung wünschen, vereinbaren sie bitte einen Termin in unserer Allgemeinurologischen Sprechstunde.

Diagnostik und Therapie von Hodentumoren

Symptome des Hodentumors

Der Hodentumor fällt durch eine schmerzlose Schwellung auf. Oftmals handelt es sich um einen Zufallsbefund bei der Selbstuntersuchung aufgrund eines unspezifischen Gefühls im Hoden. Dabei kann der Patient eine Verhärtung im Hoden ertasten. Nicht immer muß hier dann auch ein maligner Hodentumor vorliegen. Auch andere Erkrankungen des Hodens können hier ursächlich sein.

Diagnostik des Hodentumors

Bei klinischem Verdacht auf einen malignen Hodentumor durch die Palpation wird die Sonographie als orientierende Diagnostik durchgeführt. Zeigen sich hier Auffälligkeiten müssen Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs, Ultraschalluntersuchungen des gesamten Bauchraumes als auch Blutuntersuchungen (insbesondere Untersuchungen der Tumormarker für den Hoden), durchgeführt werden.
Ist der klinische Verdacht des Bestehens eines malignen Hodentumors gegeben, so muß eine operative Freilegung von inguinal her erfolgen, um eine histologische Klärung der Diagnose zu erzwingen. Bei der Operation handelt es sich in der Regel um keine Notfalloperation, sondern hier ist von aufgeschobener Dringlichkeit auszugehen, das heißt Verzögerungen um einige Tage, die zur Erfüllung präoperativer Minimalforderungen notwendig sind, sind prognostisch nicht relevant.

Diagnostik einer simultan aufgetretenen Erkrankung des verbliebenen Einzelhodens

Die testikuläre intraepitheliale Neoplasie ist eine Präkanzerose der Hodentumoren. Da bei Patienten mit maligner Erkrankung des Hodens eine erhöhte Insidenz für einen kontralateralen Hodentumor besteht, kann eine zusätzliche Biopsie von skrotal des gesunden Hodens simultan zur Orchiektomie durchgeführt werden. Sinnvoll ist dies bei Risikopatienten (Maldescensus testis, Atrophie des Hodens, Mikrolithiasis testis). Vorteilhaft zeigt sich die frühzeitige Diagnose der Präkanzerose, so dass eine Therapie durch Bestrahlung möglich ist. Dabei kann die exokrine Funktion bei Einzelhoden erhalten werden, und somit auf eine Hormonsubstitution bei beidseitigem Verlust der Hoden verzichtet werden kann. Die endokrine Funktion (Spermienproduktion) allerdings ist nach der Bestrahlung nicht mehr gegeben.

Die Operation des Hodentumors

Es erfolgt die Freilegung von der Leiste aus. Hier wird ein Hautschnitt durchgeführt und der Hoden in das Operationsgebiet luxiert. Der Hoden wird dann, nach entsprechender Gewebenahme, histologisch während der Operation untersucht. Handelt es sich um einen malignen Hodentumor muß eine Entfernung des Hodens und des Samenstranges erfolgen.

Die pathologische Untersuchung

Das Präparat wird vom Pathologen hin genauest untersucht. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eines seminomatösen Hodentumors und eines nicht seminomatösen Hodentumors. Seltene andere Formen des Hodentumors sollen im folgenden nicht berücksichtigt werden.

Weiterführende Diagnostik

Nach der Bestätigung eines malignen Hodentumors muß eine computertomographische Untersuchung vom Bauchraum und Brustraum erfolgen (CT Abdomen, Becken, Thorax). Die Schichtdicke sollte maximal 10 mm (besser 8 mm) betragen, eine orale und intravenöse Kontrastmittelgabe ist notwendig. Im CT Thorax ist eine Darstellung im Weichteil- und Lungenfenster notwendig. Schädelröntgen (CCT) und Knochenszintigraphie sind nur notwendig, wenn die Computertomographie eine ausgedehnte Erkrankung nachgewiesen hat. Die früher durchgeführte Lymphographie ist nicht mehr indiziert.

Therapie des malignen Hodentumors

Die Therapie des Hodentumors erfolgt nach der pathologischen Diagnose und nach den Staginguntersuchungen (CT Abdomen, Becken, Thorax). Es werden verschiedene Stadien des malignen Hodentumors klassifiziert, nach denen die Therapie ausgerichtet wird.

Die Urologische Klinik bietet das ganze Spektrum der Diagnostik und Therapie der Hodentumorerkrankungen an. Im Falle einer notwendigen Chemotherapie wird diese Therapie in Zusammenarbeit mit der Hämatoonkologie, III. Medizinische Klinik der TU München (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. Peschel) durchgeführt.

Therapie des Seminoms

Nach der durchgeführten Orchiektomie und den Staginguntersuchungen ist bei den niedrigen Stadien (keine Metastasierung in der Bildgebung bis sehr kleiner Metastasierung) eine Strahlentherapie die Therapie der Wahl. Je nach Ausdehnung der Lymphknotenmetastasen muß eine unterschiedliche Menge an Strahlendosis appliziert werden. Zeigen sich bereits größere Lymphknotenpakete, kann als primäre Therapie eine cysplatinhaltige Chemotherapie bereits vonnöten sein.

Eine Carboplatinmonotherapie ist als Alternative zur Radiatio zur Zeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Falls sich beim seminomatösen Hodentumor keine Metastasen (außer den Lymphknoten und der Lunge) befinden, liegt immer eine sehr gute Prognose mit Überlebensraten von 95 % nach Therapie vor.

Therapie des nichtseminomatösen Hodentumors

Wenn bei nichtseminomatösen Hodentumor in den Staginguntersuchungen keine Lymphknotenvergrößerung im Retroperitoneum auszumachen sind kann die Therapie verschieden aussehen. Es ist möglich eine Operation mittels einer Entfernung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum vorzunehmen, da man bei 30% der Patienten klinisch occulte Mikrometastasierungen im Retroperitoneum findet. Des weiteren ist es möglich auch eine Surveillance Therapie anzustreben, bei dem der Patient engstmaschig nachuntersucht wird, mit häufigen Computertomographien. Dies erfordert eine hohe Compliance des Patienten und ist mit einigem Risiko im Sinne einer Therapieeskalation bedacht. Möglich ist es ein risikoadaptiertes Überwachen nach einigen Kriterien des Grundtumors (Gefäßeinbrüche, Embryonalzellkarzinomanteil) durchzuführen. Weiterhin ist es auch möglich statt der Operation primär zwei Zyklen einer Chemotherapie zu applizieren. Nachteil ist hier die durch die Chemotherapie bedingte Toxizität bei Fertilitätsstörung unklaren Ausmaßes.

Die meisten Kliniken in Deutschland führen zur Zeit noch die Operation im Sinne einer ejakulationsproduktiven retroperitonealen Lymphadenektomie durch.
Sind bei nichtseminomatösen Hodentumoren bereits Lymphknotenvergrößerungen im Computertomogramm zu erkennen, so sind auch hier zwei therapeutische Wege möglich. Der häufigere Weg ist die retroperitoneale Lymphadenektomie in einer nervschonenden Technik um die Ejakulation des Patienten zu erhalten (die Nerven für die Potenz sind durch die Operation nicht betroffen). Nach Erhalt der histologischen Untersuchung der entfernten Lymphknoten kann eine konsolidierende Chemotherapie angeschlossen werden. Der umgekehrte Weg mit einer primären Chemotherapie und einer eventuellen Resektion eines Residualtumors nach Chemotherapie ist auch denkbar.

Sowohl im Stadium 1 als auch im Stadium 2 bei niedrigen Tumormarkern und Metastasen einzig in Lymphknoten oder Lunge ist auch beim nichtseminomatösen Hodentumor eine gute Prognose zu bescheinigen mit Überlebensraten um die 95 %.

Therapie der malignen Hodentumor in fortgeschrittenen Stadien

Bei einem fortgeschrittenem Stadium mit Metastasierung steht immer am Anfang die Chemotherapie. In Einzelfällen kann hier auch eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzellseparation notwendig sein. Nach Durchführung der Chemotherapie erfolgt ein Restaging. Zeigen sich hier eine Normalisierung der Tumormarker mit einer Regression der Lymphknotenmetastasen im Retroperitoneum muß über eine sekundäre retroperitoneale Lymphadenektomie nachgedacht werden. Hier wird die Indikation bei den nicht-seminomatösen Hodentumoren deutlich früher als bei Restraumforderungen bei primär seminomatösen Hodentumoren gestellt werden müssen. Bei Patienten mit sehr hohen Tumormarkern bei einem Tumor der primär außerhalb des Hodens gewachsen ist, bei Metastasen in der Leber, im Knochen, im zentralen Nervensystem (ZNS) oder im Magen-Darmtrakt ist die Prognose mit Überlebensraten von 50% deutlich schlechter als bei den vorher beschriebenen Patienten.

Nachsorge des Hodentumors

In der Nachsorge muss im 1. und 2. Jahr in 3-monatigen Abständen (körperliche Untersuchung, Tumormarker, Röntgen Thorax und im Wechsel CT Abdomen und Sono-Abdomen) durchgeführt werden. Im 3. bis 5. Jahr müssen halbjährliche Kontrollen erfolgen. Die Bestimmung von Serum-Testosteron und LH wird alle 6 Monate durchgeführt. Bei Patienten, die initial keine kontralaterale Hodenbiopsie erhalten hatten ist eine Hodensonographie 2 x pro Jahr im 1. und 2., sowie jährlich im 3. und 5. Jahr indiziert. Der Wert der Tumornachsorge nach dem 5. Jahr ist nicht gesichert, wenn sie dennoch durchgeführt wird sollte sie halbjährlich erfolgen. Bei besonderer Risikokonstellation ist sicherlich die Nachsorge zu intensivieren. Ein besonderes Nachsorgeprogramm gilt für Patienten im Surveillanceprogramm.

Erkrankungen der Harnröhre

An der Urologischen Klinik werden sämtliche Erkrankungen der Harnröhre der Frau und des Mannes behandelt. Das operative Spektrum reicht von minimal invasiven endoskopischen Techniken bis hin zu aufwändigen, rekonstruktiven Operationen. Wir bieten auch den Einsatz des Lasers bei ausgewählten Erkrankungen der Harnröhre an. Patienten mit Harnröhrenerkrankungen können sich in unserer allgemeinurologischen Sprechstunde beraten lassen.

Anatomie

Mann

Die männliche Harnröhre ist etwa 20 bis 25 cm lang. Man unterscheidet mehrere Abschnitte. Direkt nach der inneren Harnblasenöffnung (Ostium urethrae internus) schließt sich die prostatische Harnröhre an (Pars prostatica ). Sie mißt 3 bis 3,5 cm und hier münden die Samenspritzkanälchen (Ductus ejaculatorii) aus den Samenbläschen und Samenleitern auf dem Samenhügel (Colliculus seminalis). Unterhalb der prostatischen Harnröhre bildet sich der willkürliche Blasenschließmuskel (Musculus spincter urethrae) aus, man bezeichnet diesen Abschnitt als membranösen Anteil der Harnröhre (Pars membranacea ). Der folgende Abschnitt ist etwas erweitert und wird als bulbäre Harnröhre bezeichnet, hier münden nochmals kleinere Drüsengänge die im Rahmen der sexuellen Aktivität Sekret in die Harnröhre abgeben. Nun schließt sich der längste Teil der männlichen Harnröhre an, die penile Harnröhre. Sie endet in der äußeren Harnröhrenmündung (Ostium urethrae externus), welche im Normalfall ein vertikal gestellter Schlitz ist.

Die prostatische Harnröhre ist mit Urothel ausgekleidet, einer hochspezialisierten mehrschichtigen Zellage, welche die gesamten ableitenden Harnwege auskleidet. Nahezu der gesamte Rest der Harnöhre, bis kurz vor der äußeren Mündung, ist mit einer unspezifischen mehrlagigen Zellschicht bedeckt, die durch prismatisch aufgerichtete Zellen imponiert. Das äußere Ende der Harnöhre ist schließlich mit einer ebenfalls mehrlagigen Schicht von flachen Zellen ausgekleidet.

Frau

Die weibliche Hanröhre misst 2,5 bis 4 cm. Direkt im Anschluss an die innere Harnröhrenöffnung findet sich der willkürliche Blasenschließmuskel. In einem nach oben ziehenden Bogen mündet sie schließlich in der äußeren Harnröhrenmündung.

Erkrankungen der Harnröhre und ihre Behandlung

Harnröhrenengen (Strikturen)

Engen der Harnröhre sind in den meisten Fällen erworben und nur selten angeboren. Sie können einerseits durch Harnröhrenentzündungen und andererseits durch Verletzungen im Rahmen operativer Eingriffe, Kathetereinlagen, Blasenspiegelungen und Fremdkörper verursacht werden.

Wird eine bestehende Enge, die den Harnabfluß aus der Blase erschwert, nicht therapiert, kann es mittelfristig zu Komplikationen kommen. Immer wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Entstehung einer schlaffen Blase mit zunehmenden Harnstau der Nieren und Einschränkung der Nierenfunktion. Akute Probleme sind Harnstrahlabschwächung, gehäufter Harndrang mit erschwerter Blasenentleerung, verlängerte Entleerungszeit, bis hin zum Harnverhalt.
Strikturen sind beim Mann überwiegend in der bulbären Harnröhre lokalisiert, bei Frauen sind Harnröhrenengen ein seltenes Krankheitsbild.

Primär können die Strikturen durch die Harnröhre hindurch mit oder ohne Sicht geschlitzt werden (Urethrotomia interna).

Bei sehr kurzstreckigen ringförmigen Verengungen kann der narbige Teil der Harnröhre durch eine offene Operation ausgeschnitten und die beiden Absetzungsränder wieder miteinander vereinigt werden (End-zu-End-Anastomosierung).
Bei wiederkehrenden längerstreckigen Strikturen ist es möglich den gesamten narbigen Anteil zu entfernen, und anschließend mittels Mundschleimhaut, welche im gleichen operativen Eingriff entnommen wird, einen neuen Harnröhrenabschnitt aufzubauen und in den Defekt einzunähen (Mundschleimhautplastik).
Harnröhrenengen an der äußeren Harnröhrenmündung (Meatusstenose ) betreffen beide Geschlechter. Therapeutisch ist eine einfache Schlitzung oder eine kleine plastische Korrektur durch Ausnähung der Harnröhrenschleimhaut möglich.

Infektionen

Harnröhrenentzündungen (Urethritis)
Eine Urethritis kann durch eine Vielzahl unterschiedlicher Keime hervorgerufen werden. Neben Erregern von Geschlechtskrankheiten, wie Gonokokken, Chlamydien, Ureaplasmen und Mykoplasmen, können auch unspezifische Bakterien und Pilze eine Harnröhrenentzündung auslösen.
Therapie der Wahl ist die Gabe von Antibiotika, die sich am auslösenden Keim orientiert. Eine erfolglose oder unterlassene Thepie kann als Komplikation eine Harnröhrenstriktur (siehe Abschnitt B 1) nach sich ziehen. Eine Mitbehandlung der Partnerin oder des Partners ist zwingend notwendig.

Feigwarzen (Condylomata accuminata)
Hierbei handelt es sich um eine sexuell übertragbare Infektion, die durch Viren ausgelöst wird (Humanes Papilloma Virus, HPV ). Außer in der Harnröhre können die auftretenden Warzen auch am äußeren Genitale lokalisiert sein. Eine Entfernung in der Harnröhre erfolgt durch Laserverschorfung der sichtbaren Warzen. Auch bei gewissenhafter und korrekter Behandlung haben die Feigwarzen eine hohe Häufigkeit wiederzukehren. Eine Untersuchung der Sexualpartnerin, und gegebenenfalls Behandlung, ist ebenfalls nötig.

Angeborene Mißbildungen der Harnröhre

Hintere Harnröhrenklappen
Diese sind beim männlichen Säugling und Neugeborenen die häufigste einengende Fehlbildung. Es handelt sich um Schleimhautfalten, welche in der prostatischen Harnröhre lokalisiert sind, und im Rahmen der Blasenentleerung durch einen Ventilmechanismus die Entleerung erschweren oder sogar unmöglich machen können. Um schwerwiegende Folgekomplikationen am Harntrakt, bis hin zum Nierenversagen, zu vermeiden ist eine Behandlung notwendig. Die Therapie besteht in der Entfernung der Klappen. Je nach Ausprägung und Schweregrad der Folgeerscheinungen am oberen Harntrakt, kann die Korrektur durch die Harnröhre hindurch erfolgen oder aber einen offenen chirurgischen Eingriff nötig machen, vor allem wenn begleitende Fehlbildungen des Urogenitaltraktes vorliegen.

Vordere Harnröhrenklappen
Vordere Harnröhrenklappen sind selten und erschweren ebenfalls die Blasenentleerung. Die Therapie erfolgt durch transurethrale Verödung der Klappen.

Hypospadie
Bei dieser Fehlbildung liegt die äußere Harnröhrenmündung atypisch auf der Vorderseite des Penis. Je nach Ausprägung kann die atypische Mündung zwischen Eichel und Ansatz des Hodensackes, beziehungsweise am Damm liegen.
Aus psychologischen Gründen sollte die Hypospadie korrigiert werde, bevor die Kinder eingeschult werden. Dabei kommen offene chirurgische Verfahren zum Einsatz.

Epispadie
Hier endet die Harnröhrenmündung am Rücken des Penis, zwischen Eichel und Beckenknochen. In Einzelfällen kann der gesamte Penis gespalten sein. In einem hohen Prozentsatz ist die Epispadie mit einer Harninkontinenz vergesellschaftet. Auch hier ist eine offene operative Korrektur, möglichst vor der Einschulung, nötig.

Tumoren

Bösartige Tumoren der Harnröhre sind selten, sie sind meist mit Tumoren der Harnblase vergesellschaftet. Bei Frauen kann man begrenzt und oberflächlich wachsende Tumoren eventuell durch eine lokale Ausschneidung der Geschwulst behandeln. Bei ausgedehnteren Tumoren ist eine totale Entfernung der Harnröhre und Harnblase notwendig. Ist bei Männern ein Harnröhrentumor lokal nicht zu behandeln, ist je nach Lage des Tumors, eine Teil- oder Totalmputation des Penis notwendig. Liegt der Tumor im Bereich der prostatischen Harnröhre, ist eine totale Entfernung von Prostata und Harnblase nötig.

Peniserkrankungen

Phimose

Die Phimose ist eine angeborene oder erworbene Verengung der Vorhaut, die durch eine Beschneidung der selbigen (Circumcision) operativ beseitigt werden kann. In den ersten 3 Lebensjahren ist eine relative Vorhautenge durchaus physiologisch. Wir bieten an der urologischen Klinik die Korrektur der Vorhautverengung an. Dabei stellen wir eine radikale Beschneidung, eine limitierte Beschneidung unter Erhalt von Teilen der Vorhaut oder für Kinder auch eine Korrektur der Verengung unter Erhalt der gesamten Vorhaut zur Auswahl. Der Eingriff kann tagesstationär durchgeführt werden, d.h. der Patient kann am selben Tag wieder entlassen werden.

Penisdeviation/Induratio penis plastica (Peyron. Erkrankung)

Penisdeviation/Induratio penis plastica (Peyroniesche Erkrankung) Hierbei handelt es sich um eine z. T. schmerzhafte Verkrümmung oder Abknickung des Penis bei der Erektion. Ein Geschlechtsverkehr kann unter Umständen nicht mehr möglich sein, als Therapieoptionen gibt es lokale und operative Methoden. Die urologische Klinik bietet sowohl medikamentöse, als auch die Stoßwellentherapie an. Für ausgeprägte Fälle kann eine Bestrahlung notwendig sein, oder eine operative Therapie, welche ebenfalls in unserer Klinik durchgeführt werden kann.

Priapismus

Der Priapismus ist eine schmerzhafte Dauererektion ohne sexuelle Stimulation, welche sofort fachmännisch behandelt werden sollte. Es kommt zu blau-violetter Verfärbung der Vorhaut, der Eichel und später des gesamten Penis. Die Therapie ist meist medikamentös, in seltenen Fällen wird eine Operation notwendig. Die Behandlung ist stets notfallmäßig notwendig zur Verhinderung von Dauerschäden.

Peniskarzinom

Das Peniskarzinom ist eine in Europa selten vorkommende Erkrankung mit einem Altersgipfel bei 50-70 Jahren. Als Lokalbefund findet sich meist ein wuchender Tumor oder ein nicht heilendes Geschwür. Die Diagnosesicherung kann durch eine Biopsie erfolgen, als Therapiemöglichkeiten gibt es die operative Entfernung des Tumors oder gesamten Penis. Die gesamte Chirurgie des Peniskarzinom wird von der Urologischen Klinik angeboten.

Kondylome

Condylomata acuminata oder Feigwarzen zählen zu den gutartigen Penistumoren und sind durch Viren verursacht. Man sieht meist stecknadelkopfgroße weißliche Knötchen, die auch die Harnröhre befallen können. Die Therapie kann konservativ durch Medikamente erfolgen, meistens jedoch verwendet man die chirurgische Abtragung oder Laserbestrahlung. Unsere Klinik bietet insbesondere die schonende Laserbehandlung der Kondylome sowohl der Haut als auch in der Harnröhre an.

Penisprothese

Diese operative Berhandlung der erektilen Dysfunktion verwendet den Einsatz einer Prothese in den Penisschaft, welche eine künstliche Gliedsteife erzeugt. Der Einbau einer Penisprothese gilt als letzte Maßnahme der Therapie der Potenzstörung und wird auch von der Urologischen Klinik durchgeführt nach entsprechender diagnositscher Abklärung der Ursachen.

Impotenz/Infertilität

Sehr viele Männer sind vom gleichen und sehr sensiblen wie auch sehr belastenden Problem der Impotenz und Erektionsstörung betroffen. Über die Hälfte (52% !) aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren beschreiben immer wieder auftretende Erektionsprobleme bis hin zur Impotenz und Unmöglichkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Gliedsteife zu erlangen.

Betroffen sind insbesondere Männer mit Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Raucher, Bluthochdruck oder aber nach z.B. Darm- und Prostataoperationen. Aber auch bei Männern ohne diese Risikofaktoren und auch bei Männern unter 40 Jahren sind Erektionsstörungen bekannt.
Impotenz und Erektionsstörungen stellen sehr häufig ein für den Betroffenen psychisch stark belastendes Problem dar und nicht selten kommt es im Verlauf zu Schwierigkeiten in der Ehe und Partnerschaft.

Dennoch begeben sich nur 2,6 bis 5 % aller betroffenen Männer in urologische, fachärztliche Behandlung. Sieht man die heutigen guten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der Behandlung der Impotenz, so raten wir allen Männern mit einem solchen Problem, einen Urologen aufzusuchen und mit ihm dieses Problem zu besprechen.
Im Rahmen der "andrologischen Sprechstunde" unserer Klinik werden Patienten mit diesen Erkrankungen hinsichtlich der Therapiemöglichkeiten untersucht und beraten.

Untersuchungen zur Abklärung von Erektionsstörungen

  • eingehendes Arzt-Patienten-Gespräch
  • körperliche Untersuchung
  • Hormonstatus
  • Sonographie des Bauchraumes und des äußeren Genitales
  • Pharmakodynamische Farbdoppleruntersuchung des Penis (Schwellkörperinjektionstest)
  • (Pharmakodynamisches) Cavernosogramm
  • Corpus-cavernosum-EMG
  • Penisangiographie

Therapie

  • Medikamentöse Behandlung
    (Yohimbin, Viagra, Apomorphin Hormonsubstitution, etc.)
  • Schwellkörper-Autoinjektionstherapie, SKAT
    (Dosisfindung, Anleitung zur selbständigen Durchführung)
  • Vakuumpumpe
  • Penisprothesen
  • Sexualberatung und -therapie in Kooperation mit der Psychiatrischen Klinik

Infertilität (Unfruchtbarkeit) des Mannes

Die Ursachen für die Unfruchtbarkeit des Mannes sind vielfältig und können in der Kürze nicht im einzelnen dargelegt werden. Wie schon beim Kapitel "Impotenz" angesprochen begeben sich auch hier zu wenige Männer, in deren Partnerschaft der Kinderwunsch bislang unerfüllt blieb, in urologische Behandlung.

Im Rahmen der "andrologischen Sprechstunde" unserer Klinik werden Patienten hinsichtlich der Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankung untersucht und beraten.

Untersuchungen zur Abklärung der Infertilität

  • Eingehendes Arzt-Patienten-Gespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • Untersuchung des Samens (Spermiogramm)
  • Hormonstatus
  • Kooperation mit der Stoffwechselambulanz der
    II. Medizinischen Klinik, Klinikum rechts der Isar
  • Sonographie des äußeren Genitale
  • Hodenbiopsie
  • Therapie

Medikamentöse Therapie

(auch in Kooperation mit der Stoffwechselambulanz der II. Medizinischen Klinik, Klinikum rechts der Isar)

Operative Therapie

  • Mikrochirurgische Unterbindung von Varikozelen
  • Operative Korrektur von Samenwegsverschlüssen
  • Operative Korrektur von Harnröhrenfehlmündungen (Hypospadieoperationen)
  • Korrektur von Hodenhochstand
  • Beseitigung von Vorhautverengungen (Phimose)
  • Korrektur von Penisverkrümmungen

Induratio penis plastica/Angeborene Penisverkrümmungen

Das Wesen der Erkrankung der Induratio penis plastica besteht in einer meist scharf umschriebenen derben Bindegewebsveränderung im Bereich des Penisschaftes zwischen Penishaut und Schwellkörper. Beim schlaffen Penis verursachen diese Einlagerungen keine Beschwerden, bei der Gliedsteife treten jedoch erhebliche Schmerzen im Bereich des dann abgeknickten Gliedes auf. Diese Abknickung kann so stark ausgeprägt sein, daß ein Geschlechtsverkehr aufgrund zu großer Schmerzen des Mannes oder der Partnerin unmöglich ist. Hieraus resultiert eine große psychische Belastung für den Betroffenen und die Partnerschaft.
Penisverkrümmungen können aber auch angeboren sein, ohne dass die oben beschriebenen Kalkablagerungen im Penisbereich auftreten. Die Symptomatik ist aber die gleiche und sollte urologisch abgeklärt werden.

Im Rahmen der "andrologischen Sprechstunde" unserer Klinik werden Patienten hinsichtlich dieser Erkrankungen und Ihrer Therapie-möglichkeiten untersucht und beraten.

Untersuchungen zur Abklärung der Induratio penis plastica und der angeborenen Penisverkrümmungen

  • Eingehendes Arzt-Patienten-Gespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • Sonographie des männlichen Genitales
  • Ggf. (Pharmakodynamische) Cavernosographie

Therapie

  • Medikamentöse Therapie (z. B. Potaba)
  • Strahlentherapie (in Kooperation mit der Dermatologischen
    Universitätsklinik am Biederstein)
  • Operative Therapie

Andrologisch relevante Entwicklungsstörungen

Unter "andrologisch relevanten Entwicklungsstörungen" versteht man die Fehlent-wicklung und Fehlanlage insbesondere des Hodens, des Nebenhodens, des Samenleiters, des Penis und der Harnröhre. Die möglichen Ursachen dieser Entwicklungsstörungen sind vielfältig und oft nicht eindeutig geklärt.
Häufige Entwicklungsstörungen stellen der therapiebedürftige Hodenhochstand (inkl. Gleithoden), die Hodenagenesie und-aplasie sowie die ggf. therapiebedürftige Hypospadie (Fehlmündung der Harnröhre) dar.

Im Rahmen der "andrologischen Sprechstunde" werden Patienten hinsichtlich der Therapiemöglichkeiten dieser Erkrankungen untersucht und beraten.

Untersuchungen zur Abklärung von "andrologisch relevanten Entwicklungsstörungen"

  • Eingehendes Arzt-Patienten-Gespräch
  • Körperliche Untersuchung
  • Hormonstatus
  • Sonographie des äußeren Genitales, der Leistengegend und des Bauchraumes

Therapie

  • Medikamentöse Therapie des Hodenhochstandes
  • Operatives Lösen des Hodens und des Samenstranges und
    Hodenfixierung bei Hodenhochstand
  • Hodenbiopsie
  • Operative Korrektur von Fehlmündungen der Harnröhre (Hypospadie-Operationen)

Harninkontinenz

Was bedeutet Harninkontinenz?

Inkontinenz ist die Unfähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und selbst zu bestimmen, wann und wo er entleert werden soll. Ein unwillkürlicher Urinverlust ist die Folge.

Noch heute stellt das Vorliegen einer Inkontinenz oft ein Tabuthema für den Betroffenen dar, obwohl häufig sehr einfache und effiziente Therapiemöglichkeiten bestehen, die zu einer Heilung oder zumindest deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen können. Die Ursachen der Inkontinenz können sehr komplex sein, so dass in der Regel ein Facharzt die Abklärung der Ursachen und die Entscheidung, welche Therapie die geeignete ist, übernehmen sollte.
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Welche Untersuchungsmöglichkeiten stehen zur Abklärung einer Inkontinenz zur Verfügung?

Die Abklärung einer Inkontinenz sollte speziell geschulten Ärzten vorbehalten sein, insbesondere um falsche bzw. verzögerte Therapieoptionen zu vermeiden.

Als grundlegende Untersuchungsverfahren sind immer nötig:

Ausführliche Anamneseerhebung
Körperliche Untersuchung inkl. Inspektion des Genitale
Urinuntersuchung
Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase, des Restharns, ggf. ein vaginaler und/oder rektaler Ultraschall
Harnflussmessung

Erweiterte Untersuchungsmethoden stehen bei speziellen Fragestellungen zur Verfügung:

Harnblasenspiegelung
Urodynamik (Blasendruckmessung)
Röntgendarstellung der Blase, des Enddarms und der Scheide
Kernspintomographie der Beckenorganen

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Welche Formen der Harninkontinenz gibt es und wie können diese therapiert werden?

Belastungsinkontinenz (= "Stressinkontinenz")

Grafik Inkontinenz

Diese sehr häufig vorliegende Inkontinenzform zeichnet sich in der Regel durch einen Urinverlust beim Heben, Husten, Niesen oder Lachen aus. Der Urin geht oft in Spritzern ab, da der Verschlussmechanismus der Harnröhre geschädigt ist. Ursache ist meist eine Beckenbodenschwäche durch Schwangerschaft, Geburten oder hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren.

Die Möglichkeiten der Therapie sind:

  • Beckenbodengymnastik
  • Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur
  • Einsatz von Pessaren
  • Neue viel versprechende Medikamente (z.B. Doluxetin®)
  • Operative Verfahren wie Bandplastiken (TVT® / Obtape®), Kolposuspensions-Operationen (z.B. nach Burch) oder die Implantation künstlicher Harnröhrenschliessmuskel.

In unserer Klinik werden alle gängigen und wissenschaftlich belegten konservativen als auch operativen Therapiemöglichkeiten angeboten. Bei Männern ist das Vorliegen einer Belastungsinkontinenz oft Folge einer vorangegangenen Prostataoperation (z.B. „radikale Prostatektomie“) bei der der Harnröhrenschliessmuskel lädiert wurde. Auch hier stehen heutzutage sehr effiziente Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die sich von konservativen Heilungsverfahren (Beckenbodengymnastik, Medikamente) bis hin zu operativen Maßnahmen („bulking agents“, künstliche Schließmuskel) erstrecken.

Dranginkontinenz

Diese Art von Inkontinenz ist charakterisiert durch einen überfallartig auftretenden Harndrang, oft so stark dass die Toilette nicht mehr erreicht werden kann. Der Urinverlust erfolgt dann häufig schwallartig. Weitere Begleitsymptome sind häufiges Wasserassen und vermehrtes nächtliches Wasserlassen.

Therapiert werden kann diese Form der Harninkontinenz meist sehr einfach und effizient durch geeignete Medikamente, die auch nur geringe bzw. keine Nebenwirkungen mit sich bringen.

Mischinkontinenz

Belastungs- und Dranginkontinenz können auch gemeinsam auftreten. Auch hier ist eine fachurologische Beurteilung der Inkontinenzproblematik sinnvoll, um eine zielgerichtete Therapie einleiten zu können.

Überlaufinkontinenz

Ein unwillkürlicher Urinverlust bei voller Blase wird als Überlaufinkontinenz bezeichnet. Die Hauptursache ist hierbei die gutartige Vergrößerung der Prostata, aber auch eine Zuckerkrankheit oder Nervenerkrankungen können zu einer Überlaufinkontinenz führen. Um Spätfolgen wie Harnwegsinfektionen oder Nierenfunktionseinschränkungen vorzubeugen, wird auch hier die Vorstellung beim Facharzt dringend empfohlen. Häufig muss die Ursache, z.B. bei einer Prostatavergrößerung, durch eine Katheterableitung der Blase oder eine Operation (z.B. TURP) therapiert werden.

Neurogene Blasenspeicher- und entleerungsstörung

Diese Erkrankung ist oft Folge von Schädigungen des Gehirns, des Rückenmarks oder anderen, die Harnblase versorgenden Nerven. Hierbei können diverse Grunderkrankungen als Ursache vorliegen, wie z.B. eine traumatische Querschnittlähmung, Bandscheibenvorfälle, ein Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, vorangegangene Operationen im Beckenbereich und vieles mehr.
Bei diesen oft sehr komplexen Krankheitsbildern empfiehlt es sich unbedingt eine engmaschige und regelmäßige fachurologische Mitbetreuung zu gewährleisten. Durch spezielle Diagnostik (wie z.B. Urodynamik und Röntgenkontrastmitteluntersuchungen der Nieren und Blase) und Therapie lassen sich heutzutage schwerwiegende Spätschäden vermeiden.


Kooperationen der Klinik für Urologie


Selbshilfegruppen

Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Konstanz
Herr Manfred Meyer
Birnauer Str. 12, 78464 Konstanz
Tel: 07531 939251
E-Mail

Informationen zu den Gruppentreffen:
Ort: DRK Ortsverein Konstanz, Luisenstr. 1, 78464 Konstanz
Zeit: Jeden 3. Donnerstag im Monat, 18.00 Uhr


Kliniken Schmieder
Deutsche Gesellschaft für Urologie
Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie
Europäische Gesellschaft für Urologie
Amerikanische Gesellschaft für Urologie
Leitlinien

Website der GPIU-Studie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Die GPIU-Studie (Global Prevalence Study on Infections in Urology) wurde von der Europäischen Gesellschaft für Urologie 2003 ins Leben gerufen und erfasst seither im Krankenhaus erworbene Infektionen (in der Urologie), um die lokale und globale Ausbreitung von resistenten Bakterien zu erfassen - was die Basis für eine angepasste und schnelle Behandlung urologischer Infektionen darstellt. Die Klinik für Urologie und Kinderurologie beteiligt sich an dieser Studie (die hierfür erhobenen Daten werden anonym erhoben), um im Kampf gegen multi-resistente Bakterien maximale Sicherheit für unsere Patienten zu bieten.

Zweitmeinungszentrum Hodentumoren

Blaue Ratgeber

Auf der Website der Blauen Ratgeber können die Broschüren auch kostenlos per Post bestellt werden. Die Blauen Ratgeber werden von der Deutschen Krebshilfe bereitgestellt.


Aktuelles

GPIU-Study

Die GPIU-Studie (Global Prevalence Study on Infections in Urology) wurde von der Europäischen Gesellschaft für Urologie 2003 ins Leben gerufen und erfasst seither im Krankenhaus erworbene Infektionen (in der Urologie), um die lokale und globale Ausbreitung von resistenten Bakterien zu erfassen - was die Basis für eine angepasste und schnelle Behandlung urologischer Infektionen darstellt.

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie beteiligt sich an dieser Studie (die hierfür erhobenen Daten werden anonym erhoben), um im Kampf gegen multi-resistente Bakterien maximale Sicherheit für unsere Patienten zu bieten.

GPIU-Zertifikat 2012
GPIU-Zertifikat 2012
GPIU-Zertifikat 2011
GPIU-Zertifikat 2011
GPIU-Zertifikat 2010
GPIU-Zertifikat 2010

Literaturempfehlungen

Prostatakrebs:

Patrick C. Walsh
"Prostatakrebs: Ein Ratgeber für Männer und für Frauen, die sich lieben"
Lübbe-Verlag, ISBN 3-88603-659-6

Ein allgemeinverständliches Buch vom besten Prostataspezialisten Amerikas:

Michael Korda
"Von Mann zu Mann"
ISBN 3-40461-424-0

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