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Kontakt

Klinik für Urologie und Kinderurologie am Hegau-Bodensee-Klinikum Singen

Hegau-Bodensee-
Klinikum Singen
Virchowstr. 10, 78224 Singen

Sekretariat
Frau Intraschak

Tel: 07731 89-2900
Fax: 07731 89-2905
E-Mail


Kontakt zur urologischen Ambulanz:

Frau Kellmayer
Tel: 07731/ 89-2903

Sprechstunde:
Montags 13:30 bis 16:30 Uhr
Mittwochs 8:30 bis 16:30 Uhr
Freitags nach Vereinbarung


Spezialsprechstunde:

Hypospadie/Vesikorenaler Reflux mit Konsiliarius
Dr. Seibold

Monatliche Sprechstunde

Terminvereinbarung unter
Tel: 07731 89-2903


Anmeldung von Notfällen:

Mo- Fr 8:00 bis 16:00 Uhr
über die urol. Ambulanz
Tel: 07731 89-2903

Außerhalb der Geschäftszeiten über die Zentrale 07731 89-0 direkt beim diensthabenden Urologen.

Das Leistungsspektrum der Klinik für Urologie und Kinderurologie

Angeboten wird das gesamte Spektrum der Urologie in Diagnostik und Therapie einschließlich Laparoskopie, Laser und Mikrochirurgie mit Ausnahme der Transplantation.

Ausstattung

  • da Vinci Si-Operationssystem
  • XPS 180 Watt GreenLight-Laser (Laservaporistation der Prostata)
  • RevolixxDuo-Laser (Laserenukleation der Prostata, Eröffnung von Harnröhrenengen, Abtragung von Kondylomen, Steinbehandlung mit Holmium-Laser)
  • Prostatamorcellator (zur Gewebezerkleinerung im Rahmen der Laserenukleation)
  • Bipolare TURP
  • Stationärer Lithotripter (ESWL): Steinzertrümmerung berührungsfrei von außen
  • Komplette Laparoskopieausstattung inkl. Ultraschallskalpell
  • Endoskopische Steinzertrümmerung (Holmium- und Freddy-Laser, Ultraschalldesintegration, elektromechanisch)
  • Moderne starre und flexible Endoskope zur Blasen-, Harnleiter- und Nierenspiegelung (Urethrozystoskopie, Ureterorenoskopie, Nephroskopie)
    inkl. Photodynamischer Diagnostik
  • Sonographie (Ultraschall) einschließlich Farbdoppler (Gefäßuntersuchung)
    und Endosonographie mit 3-dimensionaler Bildgebung (Prostata)
  • Röntgendiagnostik des oberen und unteren Harntraktes mit eigener,
    digitaler Röntgenanlage (mit reduzierter Strahlenbelastung)
  • Video-Urodynamischer Arbeitsplatz zur Untersuchung bei Harninkontinenz
    und Blasenfunktionsstörung
  • Uroflow (Harnstrahlmessung)

daVinci OP-Roboter

©[2013] Intuitive Surgical, Inc.
©[2013] Intuitive Surgical, Inc.

Seit Juli 2013 ist das da Vinci-Operationssystem in der urologischen Klinik in Singen im Einsatz. Damit können wir als eines der wenigen Krankenhäuser im Südwesten diese moderne und schonende Behandlungsmethode anbieten. Neben der radikalen Prostataentfernung bei Prostatakrebs kann der Operationsroboter auch bei einer Vielzahl anderer komplexer urologischer Eingriffe eingesetzt werden.

PD Dr. Zantl an der Steuerkonsole
PD Dr. Zantl an der Steuerkonsole

Das da Vinci-Operationssystem besteht aus der Steuerkonsole und den Stativ mit den vier Roboterarmen. Über die Steuer- konsole kann der Operateur die Bewegungen der Roboterarme in Echtzeit millimeter- genau steuern, eigenständige Bewegungen des Roboters sind nicht möglich.

©[2013] Intuitive Surgical, Inc.
©[2013] Intuitive Surgical, Inc.

Die Miniaturinstrumente und die Kamera werden wie bei der konventionellen Bauchspiegelung über winzige Schnitte im Körper des Patienten platziert. Die innovative Kamera bietet eine dreidimensionale Sicht und eine bis zu 10-fache Vergrößerung, wodurch sich selbst kleinste Strukturen wie Nerven und Gefäße im Rahmen der Operation genau darstellen und präparieren lassen.

Durch modernste Technik werden unwillkürliche Bewegungen des Operateurs wie z.B. Händezittern herausgefiltert, was ein noch präziseres operieren ermöglicht. Zusätzlich besitzen die speziell für das da Vinci-System entwickelten Instrumente eine Beweglichkeit, die der konventioneller laparoskopischer Instrumente weit überlegen ist. Durch diese Innovationen lassen sich auch komplexe Operationen minimal-invasiv durchführen.

Der Einsatz des da Vinci-System bietet für Patienten folgende Vorteile

  • minimal-invasives Vorgehen, d.h. ein maximal schonendes Verfahren
  • geringer Blutverlust
  • weniger Schmerzen nach der Operation
  • schnellere Genesung
  • bei Prostataoperationen ist ein besserer Erhalt von Kontinenz und Erektionsfähigkeit möglich

Die Vorteile des da Vinci-Operationssystems stehen allen Patienten unserer Klinik unabhängig vom Versicherungsstatus und ohne Zusatzkosten zur Verfügung.

Schwerpunkte, therapeutisch/operativ:

Andrologie

Beratung, Diagnostik und Therapie bei Potenzstörungen, klimakterischen Beschwerden, Hormonbehandlungen, Mikrochirurgische OP-Technik bei z.B. Refertilisation nach Sterilisation.

BPH oder BPS (gutartige Prostatavergrößerung)

Benigne Prostatahyperplasie/ benignes Prostata Syndrom
= gutartige Prostatavergrößerung

Die Prostata

Die Prostata (= Vorsteherdrüse) ist ein drüsiges Organ, das beim Mann zwischen Harnblase und Harnröhrenschließmuskel liegt. Sie umschließt die Harnröhre und ist beim jungen, erwachsenen Mann etwa kastaniengroß, d.h. sie hat ein Volumen von etwa 20 ml. Durch den Einfluss der männlichen Geschlechtshormone kommt es bei jedem Mann mit zunehmendem Alter zu einer Größenzunahme der Prostata. Dabei kann die Prostata ein Volumen von über 100 ml erreichen. Durch dieses Größenwachstum kann die Prostata die Harnröhre zusammendrücken. Dadurch wird ein erhöhter Ausflusswiderstand für den Urin erzeugt, welcher durch die prostatische Harnröhre nach außen fließen muss.

Typische Beschwerden

Typische Beschwerden, welche durch die gutartige Vergrößerung der Prostata entstehen, sind:

  • erschwertes Wasserlassen,
  • abgeschwächter Harnstrahl,
  • unterbrochener Harnstrahl,
  • Nachträufeln
  • häufiges Wasserlassen,
  • häufiges nächtliches Wasserlassen,
  • plötzlich auftretender, zwanghafter Harndrang, gelegentlich mit unkontrolliertem Harnverlust,
  • Harninkontinenz
  • Restharnbildung oder Restharngefühl.

Diese Beschwerden können einzeln oder in Kombination miteinander auftreten. Dabei spielt die Größe der Prostata interessanterweise keine Rolle für die Anzahl oder die Heftigkeit der Beschwerden (d.h. dass z.B. eine Prostata mit einem Volumen von 50 ml den Harnstrahl stärker abschwächen kann, als eine Prostata mit einem Volumen von 150 ml, aber auch andersherum). In Deutschland leiden etwa 40 % der Männer über 50 Jahren unter behandlungsbedürftigen Beschwerden. Sollten Sie unter oben genannten Beschwerden leiden, wenden Sie sich bitte an Ihren Urologen.

Die Behandlung

Die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung richtet sich weitestgehend nach dem subjektiven Beschwerde-Empfinden des einzelnen betroffenen Patienten. Das Vorgehen muss immer im Einzelfall im Gespräch zwischen Arzt und Patient entschieden werden. Den einzigen zwingenden medizinischen Grund für eine Behandlung stellt eine längerfristige Bildung von höheren Restharnmengen dar, da die Blase dadurch langfristig überdehnt werden kann. Durch die Überdehnung verliert die Blase mit der Zeit ihre Fähigkeit, sich aktiv zusammenzuziehen und somit den Urin zu entleeren. Die Unfähigkeit den Urin zu entleeren bleibt im ungünstigsten Fall auch nach einer erfolgreichen Behandlung der Prostatavergrößerung bestehen.

Im Wesentlichen gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten für die BPH:

  • medikamentös
  • instrumentell (operativ)

Medikamente

Medikamente, die zur Verfügung stehen unterteilen sich grob in drei Gruppen:

  • sogenannte alpha-Blocker: senken den Ausflusswiderstand
    (sofortiger Wirkungseintritt),
  • sogenannte 5-alpha-Reduktase-Hemmer: verkleinern das Prostata-Volumen (Wirkungseintritt verzögert),
  • pflanzliche BPH-Medikamente: werden zur Vorbeugung und zur Behandlung eingesetzt. Sie wirken durch unterschiedliche Mechanismen. Wirksamkeit wurde für einige, jedoch nicht für alle pflanzlichen BPH-Medikamente in Studien nachgewiesen.

Sollte die medikamentöse Therapie nicht genügen oder sich die Beschwerden verschlechtern wird in der Regel eine Operation nötig.

Instrumentelle (operative) Behandlung (TUR-P, Greenlight-Laser)

Für die instrumentelle (operative) Behandlung werden mehrere Verfahren eingesetzt, wobei unter anderem die Größe der Prostata ausschlaggebend ist. Bei kleinen bis mittelgroßen Vorsteherdrüsen (bis ca. 80ml) wird aus unserer Sicht, welche deckungsgleich mit den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), der Europäischen und der Amerikanischen Urologenvereinigung, ist, eine instrumentelle Behandlung durch die Harnröhre durchgeführt. Hierzu wird das innere, gutartig vergrößerte Prostatagewebe durch die Harnröhre abgetragen. Goldener Standard ist zweifellos die „Trans Urethrale Elektro Resektion der Prostata“ (= TUR-P = Abtragung von Prostatagewebe durch die Harnröhre). Hierbei geht der Operateur mit einem Sichtinstrument in die Harnröhre ein, erreicht auf diesem Wege die Prostata und kann mit einer Schlinge das krankhaft vermehrte Prostatagewebe abtragen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt bei dieser schonenden Operationstechnik in der Regel 2 Tage.

In unserer Klinik wird die modernste Variante der TUR-P, die sogenannte bipolare Resektion eingesetzt. Hierbei wird, anders als in der Vergangenheit, nur noch eine Kochsalzlösung (vergleichbar dem Kochsalzgehalt des Blutes) zur Spülung eingesetzt, so dass es hier auch bei länger dauernden Operationen keine wesentlichen Blutsalzverschiebungen mehr drohen. Außerdem kann der eingesetzte Strom über das Gerät abfließen, so dass auch bei Patienten mit Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren sicher operiert werden kann.

Ein weiteres Verfahren um das überschüssige Prostatagewebe zu entfernen besteht in der „Verdampfung“ des Gewebes mit dem Laser. Der bekannteste und am häufigsten eingesetzte Laser ist der „Greenlight-Laser“. Unsere Klinik besitzt mit dem XPS 180 Watt das modernste Greenlight-Laser-System.  Auch bei diesem Verfahren gelangt man über die Harnröhre an die Prostata, wo das Gewebe, durch die gezielte Abgabe der Energie des Lasers, verdampft wird. Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens besteht unter anderem in dem geringeren Blutungsrisiko, so dass die Greenlight-Laservaporisation vor allem bei Patienten, welche auf blutverdünnende Medikamente wie Marcumar, Xarelto, Eliquis, etc. angewiesen sind, eingesetzt – ohne, dass diese Medikamente pausiert werden müssen. Somit besteht ein optimaler Schutz vor Blutgerinnselbildung während der Operation, bei gleichzeitig minimalem Blutungsrisiko.

Suprapubische Adenomenukleation

Nur noch in seltenen Fällen, bei einer sehr stark vergrößerten Vorsteherdrüse, muss die Prostata über einen Unterbauchschnitt und die Eröffnung der Harnblase manuell ausgeschält werden. Dieses Verfahren wird „suprapubische Adenomenukleation“ genannt. Bei diesem Operationsverfahren beträgt der stationäre Aufenthalt 5-7 Tage.

Empfehlungen für die Zeit nach der Operation

Unabhängig vom Operationsverfahren wird der Urin am Ende der Operation für einige Tage über einen Blasendauerkatheter abgeleitet und mindestens in den ersten 24 h wird die Blase über den Katheter gespült, so dass keine Blutgerinnsel in der Blase entstehen können.

In den ersten beiden Wochen nach der Operation, sollten Sie sich körperlich nur leicht belasten (spazieren gehen), erst nach und nach können sportliche Aktivitäten wiederaufgenommen werden. Wegen der inneren Wunde, welche sich innerlich oberhalb der Dammregion befindet, sollte für die nächsten 6 Wochen kein übermäßiger Druck auf diese Region ausgeübt werden. Daher empfehlen wir Ihnen nach diesen Operationen für 6 Wochen auf Fahrradfahren, Saunagänge, sowie Sitzbäder zu verzichten.

Chemotherapie

Chemotherapie von Prostata-, Hoden- und Urotheltumoren (z.B. Blasenkarzinomen)

Endoskopische Eingriffe

Endoskopische Eingriffe durch die Harnröhre einschließlich Laserbehandlung bei gut- und bösartigen Veränderungen der Harnröhre, Prostata, Harnblase, des Harnleiters und der Niere

Geschwulste der Harnblase/Harnblasenkarzinom

Geschwulste in der Harnblase fallen oftmals durch Blut im Urin auf. Es bestehen hier meist keine Schmerzen, sodass von einer schmerzlosen Hämaturie gesprochen wird. Ca. 85 % der Harnblasengeschwulste sind allerdings bösartig (Harnblasenkarzinom / Blasenkrebs). Das Harnblasenkarzinom ist der zweithäufigste Urogenitaltumor. Bezogen auf die Neuerkrankungsrate liegt der Blasenkrebs bei Männern an 5. und bei Frauen an 11. Stelle der Krebsstatistik. Durchschnittsalter bei Diagnose 65 J, weniger als 1 % der Harnblasenkarzinome treten bei Patienten unter 40 J auf. 70 % der Patienten haben bei Erstfeststellung einen oberflächlichen Harnblasenkrebs, bei 30 % wächst der Tumor bereits in die Harnblasenmuskulatur ein.

Risikofaktoren:

  • Rauchen (drei- bis vierfache Risikoerhöhung)
  • Berufliche Exposition: Gefährdende Berufe Chemieindustrie, Lackierer, Gummiverarbeitung, Stahlindustrie, Automechaniker, Lederindustrie und Zahntechniker. Identifizierte Schadstoffe sind Benzidin, Naphthylamin, Aminodiphenyl, aromatische Amine, Dieselabgase, Carbon black. Das Harnblasenkarzinom ist eine anerkannte Berufserkrankung bei entsprechender zeitlicher Giftexposition.
  • Genetik, Chromosomenveränderungen, FGF-Rezeptormutationen
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Früchten (z.B. Mittelmeerdiät) senkt das Risiko

Diagnostik:

Die Blasenspiegelung (Cystoskopie) ist die wichtigste Untersuchung für die Diagnose des Harnblasentumors. Da die oben beschriebene schmerzlose Hämaturie das häufigste Symptom eines bösartigen Blasentumors ist, sollte diese immer mittels Blasenspiegelung abgeklärt werden. Natürlich bedeutet Blut im Urin nicht, dass man Blasenkrebs hat. Ein solcher sollte aber durch eine Blasenspiegelung sicher ausgeschlossen werden! Zusätzlich sollte eine Ultraschalluntersuchung der Nieren durchgeführt werden. Eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gehört zur weiteren Umgebungsdiagnostik bei fortgeschrittenen Tumoren.

Therapie:

Die Therapie ist die transurethrale Resektion des Harnblasentumors (TUR-Blase), bei der in Narkose eine Blasenspiegelung durchgeführt wird und dann der Tumor mittels elektrischer Schlinge (monopolar oder bipolar) durch die Harnröhre abgetragen und entfernt wird.

Zusätzlich wird an unserer Klinik bei entsprechender Indikation die sogenannte photodynamische Diagnostik (PDD) angewendet. Hierbei wird vor der Operation über einen Katheter eine Substanz in die Harnblase gegeben, welche in Geweben mit hohem Zellumsatz (Tumore, aber auch entzündliche Veränderungen) bevorzugt angereichert wird. Diese Anreicherung kann durch blaues Licht zur Fluoreszenz angeregt werden, somit können v.a. flächige Hochrisikotumore, welche in der herkömmlichen Weißlicht-Cystoskopie nicht auffallen, vermehrt entdeckt werden.
Des Weiteren bieten wir die Möglichkeit größere Tumore am einem Stück (en bloc) entfernen zu können.

Nach Blutstillung wird ein Harnblasenkatheter eingelegt. Bereits nach 2 Tagen kann dieser in aller Regel entfernt werden und der Patient kann die Klinik wieder verlassen.

Das Gewebeergebnis (Histologie) und das weitere Vorgehen werden dann mit dem niedergelassenen, weiterbehandelnden Urologen besprochen.

Bei fortgeschrittenen Tumoren, welche bereits in die Harnblasenmuskulatur und/oder Umgebungsgewebe eingewachsen sind, sollte die komplette Harnblase (radikale Zystektomie) entfernt werden. Die Harnableitung erfolgt wenn möglich über die Rekonstruktion einer neuen Blase (Ileumneoblase) aus Dünndarm. Dies ermöglicht ein Wasserlassen auf natürlichem Wege. Diese Art der Harnableitung ist sowohl für Männer als auch für Frauen geeignet. Sollte die Rekonstruktion einer Neoblase nicht in Frage kommen, wird meist eine inkontinente Harnableitung durchgeführt. Hierbei werden beide Harnleiter in ein ausgeschaltetes Stück Dünndarm eingenäht und dieses in die Bauchwand eingenäht (Ileumconduit). Der Urin fließt dann in einen auf den Bauch geklebten Beutel. Neben diesen beiden bei uns regelhaft angewendeten Verfahren gibt es noch weitere Verfahren der Harnableitung die in speziellen Situationen durchgeführt werden (katheterisierbarer Pouch, Harnleiter-Haut-Fistel, etc.). Die Entscheidung über das für Sie am besten geeignete Verfahren erfolgt gemeinsam in enger Abstimmung mit Ihnen und Ihrem niedergelassenen Urologen.
Je nach Befund ist es unter Umständen notwendig vor der geplanten Operation eine Chemotherapie durchzuführen. Diese wird ebenfalls, in enger Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Krebszentrums Hegau-Bodensee, in unserer Abteilung stationär durchgeführt.

Harninkontinenz der Frau

Was bedeutet Harninkontinenz?

Eine Harninkontinenz, also ein unfreiwilliger Urinverlust, tritt bei Frauen häufig auf. Ab einem Alter von 70 Jahren leidet etwa jede dritte Frau an einer Harninkontinenz. Junge Frauen können jedoch genauso betroffen sein.

Der besondere Aufbau des weiblichen Beckens macht die Geburt eines Kindes möglich. Gleichzeitig bildet er bezüglich der Urinkontrolle einen Schwachpunkt und ist dafür verantwortlich, dass Frauen zwei- bis viermal so häufig über einen unkontrollierten Urinverlust berichten wie Männer. Leider ist diese Erkrankung für viele Betroffene immer noch ein Tabu-Thema. Dabei kann oft durch einfache Maßnahmen eine Besserung erwirkt werden. Eine Operation ist immer der letzte Schritt bei den Behandlungsmöglichkeiten. Daher werden alle Patientinnen in unserer Sprechstunde ausführlich beraten. Da die Harninkontinenz meist mehrere Organe im Becken betrifft, sollte die Behandlung in einem Team unterschiedlicher Fachärzte erfolgen. Deshalb arbeiten wir in Singen sehr eng mit der Frauenklinik und bei Bedarf auch mit der Allgemeinchirurgie zusammen. Schwierige Fälle werden in der Sprechstunde immer zusammen mit einem Frauenarzt untersucht und beraten. Ebenso werden die Operationen in Zusammenarbeit mit der Frauenklinik durchgeführt. Dies ermöglicht es uns, auch Operationen bei Gebärmuttersenkung oder -vorfall anzubieten.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten stehen zur Abklärung einer Inkontinenz zur Verfügung?

Die Abklärung einer Inkontinenz sollte, wie oben erwähnt, speziell geschulten Ärzten vorbehalten sein, insbesondere um falsche bzw. verzögerte Therapieoptionen zu vermeiden.

Als grundlegende Untersuchungsverfahren sind immer nötig: Ausführliche Anamneseerhebung (Krankengeschichte)

  • Körperliche Untersuchung einschließlich einer Inspektion des Genitale
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase, des Restharns,
    ggf. ein vaginaler und/oder rektaler Ultraschall
  • Harnflussmessung

Erweiterte Untersuchungsmethoden stehen bei speziellen Fragestellungen zur Verfügung:

  • Harnblasenspiegelung
  • Urodynamik (Blasendruckmessung)
  • Röntgendarstellung der Blase, des Enddarms und der Scheide (Kolpocystorectogramm)
  • Kernspintomographie der Beckenorgane

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es und wie können diese therapiert werden?

Belastungsinkontinenz (= "Stressinkontinenz")

Diese sehr häufig vorliegende Inkontinenzform zeichnet sich in der Regel durch einen Urinverlust beim Heben, Husten, Niesen oder Lachen aus. Der Urin geht oft in Spritzern ab, da der Verschlussmechanismus der Harnröhre geschädigt ist. Ursache ist meist eine Beckenbodenschwäche durch Schwangerschaft, Geburten oder hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren.

Die Möglichkeiten der Therapie sind:

  • Beckenbodengymnastik
  • Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur
  • Einsatz von Pessaren bei Frauen (meist nur eine vorübergehende Lösung)
  • Medikamente (z.B. Duloxetin®)

Operative Verfahren bei der Frau:

  • Bandplastiken (TVT® = transvaginales spannungsfreies Band/ TOT®
    = transobturatorisches spannungsfreies Band)
  • Kolposuspensions-Operationen (z.B. nach Bruch)

In unserer Klinik werden alle gängigen und wissenschaftlich belegten konservativen als auch operativen Therapiemöglichkeiten angeboten.

Dranginkontinenz

Diese Art von Inkontinenz ist charakterisiert durch einen überfallartig auftretenden Harndrang, oft so stark dass die Toilette nicht mehr rechtzeitig erreicht werden kann. Der Urinverlust erfolgt dann häufig schwallartig. Weitere Begleitsymptome sind häufiges Wasserlassen, sowie vermehrtes nächtliches Wasserlassen.
Therapiert werden kann diese Form der Harninkontinenz meist sehr einfach und effizient durch geeignete Medikamente.

Mischinkontinenz

Belastungs- und Dranginkontinenz können auch gemeinsam auftreten. Auch hier ist eine fachurologische Beurteilung der Inkontinenzproblematik sinnvoll, um eine zielgerichtete Therapie einleiten zu können. Häufig wird hier eine operative Behandlung mit einer medikamentösen Therapie kombiniert, teilweise kann jedoch die Drangkomponente durch eine Bandplastik, welche den Halteapparat der Harnröhre rekonstruiert, gemindert werden.

Neurogene Blasenspeicher- und entleerungsstörung

Diese Erkrankung ist zumeist Folge von Schädigungen des Gehirns, des Rückenmarks oder anderen, die Harnblase versorgenden Nerven. Hierbei können diverse Grunderkrankungen als Ursache vorliegen, wie z.B. eine traumatische Querschnittlähmung, Bandscheibenvorfälle, ein Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (Encephalitis disseminata), vorangegangene Operationen im Beckenbereich, Spina bifida (Myelomeningocele) und vieles mehr.
Bei diesen oft sehr komplexen Krankheitsbildern empfiehlt es sich unbedingt eine engmaschige und regelmäßige fachurologische Mitbetreuung zu gewährleisten. Durch spezielle Diagnostik (wie z.B. Blasendruckmessungen (Urodynamik) und Röntgenkontrastmitteluntersuchungen der Nieren und Blase) und Therapie lassen sich heutzutage schwerwiegende Spätschäden vermeiden. (siehe auch Neurourologie).

Harninkontinenz des Mannes

Was bedeutet Harninkontinenz?

Inkontinenz ist die Unfähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und selbst zu bestimmen, wann und wo er entleert werden soll. Ein unwillkürlicher Urinverlust ist die Folge.

Noch heute stellt das Vorliegen einer Inkontinenz oft ein Tabuthema für den Betroffenen dar, obwohl häufig sehr einfache und effiziente Therapiemöglichkeiten bestehen, welche zu einer Heilung oder zumindest deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen. Die Ursachen der Inkontinenz können sehr komplex sein, so dass in der Regel ein Facharzt die Abklärung der Ursachen und die Entscheidung, welche Therapie die geeignete ist, übernehmen sollte.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten stehen zur Abklärung einer Inkontinenz zur Verfügung?

Die Abklärung einer Inkontinenz sollte speziell geschulten Ärzten vorbehalten sein, insbesondere um falsche bzw. verzögerte Therapieoptionen zu vermeiden.

Als grundlegende Untersuchungsverfahren sind immer nötig:

  • Ausführliche Anamneseerhebung
  • Körperliche Untersuchung einschließlich einer Inspektion des Genitale
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase, des Restharns,
    ggf. rektale Ultraschallmessung
  • Harnflussmessung

Erweiterte Untersuchungsmethoden stehen bei speziellen Fragestellungen zur Verfügung:

  • Harnblasenspiegelung
  • Urodynamik (Blasendruckmessung)
  • Röntgendarstellung der Blase
  • Kernspintomographie der Beckenorgane

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es und wie können diese therapiert werden?

Belastungsinkontinenz (= "Stressinkontinenz")

Diese sehr häufig vorliegende Inkontinenzform zeichnet sich in der Regel durch einen Urinverlust beim Heben, Husten, Niesen oder Lachen aus. Der Urin geht oft in Spritzern ab, da der Verschlussmechanismus der Harnröhre geschädigt ist. Ursache beim Mann ist meist Folge einer vorangegangenen Prostataoperation (z.B. „radikale Prostatektomie“) bei der der Harnröhrenschließmuskel in Folge der Operation nicht mehr optimal die Harnröhre verschließt. Diesbezüglich stehen heutzutage sehr effiziente Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die sich von konservativen Heilungsverfahren (Beckenbodengymnastik, Medikamente) bis hin zu operativen Maßnahmen („bulking agents“, künstlicher Schließmuskel (artifizieller Sphinkter) erstrecken.

Die Möglichkeiten der Therapie sind:

  • Beckenbodengymnastik
  • Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur
  • Medikamente (z.B. Duloxetin®)

Operative Verfahren beim Mann:

  • Bandplastiken (Advance®-Band, Argus®-Band)
  • Implantation künstlicher Harnröhrenschließmuskel
    (artifizieller Sphinkter(AMS800), ATOMS®-System)

In unserer Klinik werden alle gängigen und wissenschaftlich belegten konservativen als auch operativen Therapiemöglichkeiten angeboten.

Überlaufinkontinenz

Ein unwillkürlicher Urinverlust bei voller Blase wird als Überlaufinkontinenz bezeichnet. Die Hauptursache ist hierbei die gutartige Vergrößerung der Prostata, aber auch eine Zuckerkrankheit oder Nervenerkrankungen können zu einer Überlaufinkontinenz führen. Um Spätfolgen wie Harnwegsinfektionen oder Nierenfunktionseinschränkungen bzw. Nierenversagen vorzubeugen, wird auch hier die Vorstellung beim Facharzt dringend empfohlen. Häufig muss die Ursache, z.B. bei einer Prostatavergrößerung, durch eine Katheterableitung der Blase oder eine Operation (z.B. TUR-P) therapiert werden.

Neurogene Blasenspeicher- und entleerungsstörung

Diese Erkrankung ist zumeist Folge von Schädigungen des Gehirns, des Rückenmarks oder anderen, die Harnblase versorgenden Nerven. Hierbei können diverse Grunderkrankungen als Ursache vorliegen, wie z.B. eine traumatische Querschnittlähmung, Bandscheibenvorfälle, ein Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose (Encephalitis disseminata), vorangegangene Operationen im Beckenbereich, Spina bifida (Myelomeningocele) und vieles mehr.
Bei diesen oft sehr komplexen Krankheitsbildern empfiehlt es sich unbedingt eine engmaschige und regelmäßige fachurologische Mitbetreuung zu gewährleisten. Durch spezielle Diagnostik (wie z.B. Blasendruckmessungen (Urodynamik) und Röntgenkontrastmitteluntersuchungen der Nieren und Blase) und Therapie lassen sich heutzutage schwerwiegende Spätschäden vermeiden. (siehe auch Neurourologie)

Harnsteine (Urolithiasis)

Definition und Häufigkeit

Unter Harnsteinen versteht man alle im Harntrakt vorkommenden Steine – Nierensteine (Nephrolithiasis), Harnleitersteine (Ureterolithiasis), und Blasensteine. Während Blasensteine meist durch eine Entleerungsstörung der Harnblase bedingt sind (z. B. Prostatavergrößerung bei Männern) und somit durch Beheben der Ursache gut behandelt werden können, sind die Ursachen für Nierensteine häufig vielfältiger und komplexer. Neben angeborenen Stoffwechselstörungen und anatomischen Veränderungen der Harnwege stellen so genannte Wohlstandserkrankungen wie das metabolische Syndrom (Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, erhöhter Blutzucker) die zahlenmäßig größten Risikofaktoren für das Entstehen von Steinen dar. Die Veränderung von Lebens- und Ernährungsgewohnheiten hat zu einem rasanten Anstieg der Harnsteinerkrankung in den letzten Jahrzehnten in den Industrienationen geführt. In Deutschland hatte etwa jeder 20ste Bürger (4,7 %) in seinem Leben bereits einen oder mehrere Harnsteine. Somit kann man das Harnsteinleiden guten Gewissens als Volkskrankheit bezeichnen. Bei Menschen, die bereits einen oder mehrere Steine hatten, steigt das Risiko erneut ein Steinleiden zu entwickeln auf 40 – 50 %.

Entstehung und Beschwerden

Harnsteine entstehen, wenn Mineralsalze, die normalerweise im Urin gelöst sind, eine so hohe Konzentration erreichen, dass sie nicht mehr gelöst sind, sondern als Kristalle ausfällen. Dann bilden sich – häufig über Monate oder Jahre unbemerkt – Harnsteine. Diese können in der Niere lange Zeit bestehen/wachsen ohne dass man etwas davon merkt. In der Regel verursachen Steine erst dann Schmerzen, wenn sie aus der Niere in den Harnleiter (die Verbindung zwischen Niere und Blase) abgehen. Im Harnleiter führt ein Stein dann meist zu einer Harnstauung, was die typischen Nierenkoliken auslöst.

Diagnostik

Eine akute Nierenkolik ist ein urologischer Notfall. Ihr niedergelassener Urologe oder der diensthabende Urologe in der Notfallambulanz wird Ihnen in dieser Situation zunächst ein starkes Schmerzmittel (oder auch eine Kombination mehrerer Schmerzmittel) geben um die akute Schmerzsituation in den Griff zu bekommen. Im weiteren Verlauf erfolgen in der Regel eine Ultraschalluntersuchung des Harntrakts und eine Urinuntersuchung. Sollte sich dabei der Verdacht auf einen Harnstein erhärten, wird normalerweise eine weitere Bildgebung veranlasst um Größe, Anzahl und Lage des Steins / der Steine festzustellen. Dies wird meist mittels Computertomographie des Bauchraums untersucht. Hierzu gibt es spezielle Programme (sog. low dose CT), die es möglich machen die Belastung mit schädlicher Röntgenstrahlung so gering wie möglich zu halten und trotzdem mit 90 - 100 %iger Sicherheit Steine nachzuweisen bzw. auszuschließen.
Alternativ zur Computertomographie gibt es auch die Möglichkeit mittels konventioneller Röntgenaufnahmen nach Kontrastmittelgabe über eine Vene (sog. Ausscheidungsurogramm oder IVP) den Harntrakt darzustellen. Diese Methode ist weniger zuverlässig, was den Steinnachweis bzw. –ausschluss angeht. Außerdem ist die Gabe von Röntgenkontrastmittel nicht immer unproblematisch. Aus diesen Gründen hat die Computertomographie das klassische Ausscheidungsurogramm zur Steindiagnostik weitgehend abgelöst.

Therapie

Nierensteine, die Ihnen keine Beschwerden bereiten, müssen häufig nicht aktiv behandelt werden. Oft reichen regelmäßige Kontrolluntersuchungen aus. Wann eine Behandlung sinnvoll ist, wird Ihr Urologe mit Ihnen besprechen. Bis zu einer gewissen Größe (ca. 5 mm) haben Harnsteine gute Chancen von selbst spontan abzugehen. Bei kleinen spontan abgangsfähigen Harnleitersteinen, die Ihnen Schmerzen bereiten, wird Ihr Urologe Sie engmaschig untersuchen und Ihnen Medikamente verschreiben, die Ihnen zum einen Schmerzerleichterung bringen, zum anderen den Steinabgang beschleunigen können. Insgesamt gehen bis zu 80 % der Steine spontan ab. Sollte doch eine operative Therapie notwendig werden, bietet Ihnen die Klinik für Urologie und Kinderurologie alle gängigen modernen Methoden zur Steinsanierung an. Welche Therapie die für Sie richtige ist wird Ihr Urologe bzw. ein Arzt unserer Abteilung ausführlich mit Ihnen besprechen. Im Folgenden können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Therapieoptionen verschaffen.

Stoßwellentherapie (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie; ESWL)

Bei der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) handelt es sich um eine Zertrümmerung der Steine von außen durch Stoßwellen. Dadurch werden größere Steine in viele kleine Fragmente zerkleinert, die dann spontan abgehen können. Es ist kein Schnitt oder Einbringen von Instrumenten in den Körper notwendig. Die ESWL ist ein sehr schonendes und nebenwirkungsarmes Verfahren der Steinbehandlung. Es wird in der Regel ambulant durchgeführt. Während der Behandlung verabreicht Ihnen der behandelnde Arzt in der Regel ein Schmerzmedikament, wodurch die Behandlung sehr gut verträglich ist. Eine Narkose ist nicht erforderlich. Die Ortung und Einstellung des Steins erfolgt meist über Ultraschall-, seltener über Röntgenortung, sodass meist auf den Einsatz von Röntgenstrahlung verzichtet werden kann. Häufig sind allerdings mehrere Behandlungen notwendig um eine Steinfreiheit zu erzielen. Die ESWL kann sowohl zur Behandlung von Nieren- als auch Harnleitersteinen eingesetzt werden.

Harnleiter- / Nierenspiegelung (Ureterorenoskopie; URS)

Bei der Harnleiterspiegelung geht man mit einem dünnen Instrument über die Harnröhre und die Harnblase in den Harnleiter. Das Instrument ist mit einer Lichtquelle und mit einer Kamera ausgestattet, sodass man den kompletten Harnleiter, sowie die Niere über ein hochauflösendes Bild beurteilen kann. Den Harnleiter beurteilt man in der Regel mit einem starren, die Niere mit einem flexiblen Instrument. Die Instrumente verfügen über Arbeitskanäle, über die man dünne Körbchen oder Zangen einführen und unter Sicht Steine entfernen kann. Sollte ein Stein zu groß sein um ihn komplett zu entfernen wird er unter Sicht mit einem Laser zerkleinert und die einzelnen Fragmente mittels Steinfangkörbchen oder Fasszange entfernt. Bei der URS nutzt man die Harnröhre als natürlichen Zugangsweg zum Harntrakt. Somit ist kein Schnitt von außen notwendig. Alle Operationsschritte werden unter Kamerasicht durchgeführt. Dies macht die URS zu einem sehr schonenden und risikoarmen Eingriff. Die URS wird in Vollnarkose durchgeführt um eine vollständige Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Der Eingriff dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten, bei sehr großen Nierensteinen können auch OP-Zeiten von 2 Stunden vorkommen. Neben der Steintherapie eignet sich die URS auch zur Diagnostik von Veränderungen (Engstellen, Tumoren) des oberen Harntraktes.
In unserer Abteilung werden jährlich über 300 Ureterorenoskopien durchgeführt, sodass wir neben modernster technischer Ausstattung auch über eine sehr große Expertise verfügen.

Percutane Nephrolithotomie (PCNL/Mini-PCNL)

Die PCNL ist eine Methode zur Steinentfernung von außen, die sich vor allem für größere Nierensteine eignet. Unter kombinierter Ultraschall- und Röntgenkontrolle wird zunächst von außen in die Niere gestochen. Über einen Führungsdraht wird dann ein Kanal von der Haut zur Niere aufgedehnt (bougiert). Darüber wird ein Arbeitsschaft in die Niere gelegt. Über diesen geht man mit einem Instrument, das mit einer Kamera ausgestattet ist, in die Niere. Wenn notwendig können die Steine mit einem Laser oder Ultraschall zerkleinert und die Fragmente entfernt werden.
In den letzten Jahren wurde diese Technik immer weiterentwickelt. Ein Ergebnis dieser Entwicklung ist die Mini-PCNL. Hierbei werden die Steine mit einem Laser „zerstäubt“ und der Steinstaub automatisch über das Instrument aus der Niere gespült. Diese Technik ermöglicht einen wesentlich kleineren Schnitt und dünnere Instrumente. Durch das passive Ausspülen kann in aller Regel auf die Verwendung von scharfen Fasszangen o. ä. verzichtet werden, was die Mini-PCNL zu einem sehr schonenden und minimalinvasiven Verfahren macht.
In der Klinik für Urologie und Kinderurologie werden jährlich ca. 50 Stein-OPs mittels PCNL durchgeführt, wobei ca. 80 % als Mini-PCNL operiert werden.
Nach der Operation wird in aller Regel ein sog. Nephrostomiekatheter (Katheter aus der Niere nach außen) eingelegt. Nach Abklemmen und der Überprüfung ob der Urin auf dem natürlichen Weg über den Harnleiter in die Blase abläuft, wird dieser wenige Tage nach der Operation wieder entfernt, sodass Sie im Normalfall nach einem Aufenthalt von 2–5 Tagen ohne Katheter oder andere Schläuche entlassen werden können.

Metaphylaxe (erneutes Auftreten von Harnsteinen vermeiden oder verzögern)

Bei Rezidivsteinbildnern (z.B. Patienten mit einer genetischen Anlage für die Ausbildung von Harnsteinen) kann es sinnvoll sein, eine sogenannte metabolische Steinabklärung durchzuführen, um die Ursache des Steinleidens nach Möglichkeit dingfest zu machen und soweit möglich, medikamentös der Neubildung von Steinmaterial entgegenzuwirken.

Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Trinkmenge von >2,5 l/Tag gleichmäßig über 24 Stunden verteilt, gewährleistet sein sollte (zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden!). Die Proteinzufuhr (insbesondere in Fleisch- und Milchprodukten) sollte 1 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag nicht überschreiten (also 75 g Proteinzufuhr für einen 75 kg schweren Mann pro Tag). Zusätzlich sollten Sie sich viel bewegen, Sport treiben.

Hodenkrebs

Der Hodenkrebs zählt mit einer Inzidenz (Häufigkeit) von etwa 10/100.000 Männern pro Jahr zu den eher seltenen onkologischen Erkrankungen. Betroffen sind besonders Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Insgesamt ist ein zunehmendes Vorkommen festzustellen.

Risikofaktoren für den Hodenkrebs sind:

  • Kryptorchismus (Hodenhochstand)
  • Familiäre Vererbung (I. Verwandtheitsgrades)
  • Hodentumor in der Vergangenheit/Gegenseite
  • Infertilität (Unfruchtbarkeit)

Wie auch bei anderen Tumorerkrankungen ist eine frühe Diagnosestellung und Therapie entscheidend für die Prognose, da eine vollständige Heilung des Hodentumors in über 95 % der Fälle möglich ist. Bei entsprechenden Beschwerden sollte deshalb die unmittelbare urologische Vorstellung erfolgen.

Diagnostik und Therapie von Hodentumoren

I. Symptome (= Beschwerden) des Hodentumors

Der Hodentumor fällt zumeist durch eine schmerzlose Größenzunahme oder tastbare Verhärtung des Hodens auf. Auch regionale Schmerzen oder ein Schweregefühl werden von Betroffenen beschrieben. Oftmals handelt es sich um einen Zufallsbefund bei der Selbstuntersuchung aufgrund eines unspezifischen Gefühls im Hoden. Dabei kann der Patient eine Verhärtung im Hoden ertasten. Nicht immer muß hier dann auch ein maligner (bösartiger) Hodentumor vorliegen. Auch andere Erkrankungen des Hodens können hier ursächlich sein.

II. Diagnostik des Hodentumors

Bei klinischem Verdacht auf einen bösartigen Hodentumor durch die Palpation (Tastuntersuchung) wird die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) als orientierende Diagnostik durchgeführt. Zeigen sich hier Auffälligkeiten, müssen Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs, Ultraschalluntersuchungen des gesamten Bauchraumes als auch Blutuntersuchungen (insbesondere Untersuchungen der Tumormarker für den Hoden), durchgeführt werden.

Tumormarker des Hodens:

  • Alpha-Fetoprotein (AFP)
  • Humanes Choriongonadotropin (ß-HCG)
  • Laktatdehydrogenase (LDH)

Ist der klinische Verdacht des Bestehens eines malignen Hodentumors gegeben, so muß eine operative Freilegung von der Leiste (inguinal) her erfolgen, um eine histologische (feingewebliche) Klärung der Diagnose zu erzwingen. Bei der Operation handelt es sich in der Regel um keine Notfalloperation, sondern hier ist von aufgeschobener Dringlichkeit auszugehen, das heißt Verzögerungen um einige Tage, die zur Erfüllung präoperativer Minimalforderungen notwendig sind, sind prognostisch nicht relevant.

III. Diagnostik einer simultan aufgetretenen Erkrankung des verbliebenen Einzelhodens

Die testikuläre intraepitheliale Neoplasie (TIN) ist eine Präkanzerose (Krebsvorstufe) der Hodentumoren. Da bei Patienten mit maligner Erkrankung des Hodens ein erhöhtes Auftreten (Inzidenz) für einen kontralateralen (auf der anderen Seite gelegenen) Hodentumor besteht, wird zusätzlich (bei bestehenden Risikofaktoren) eine Biopsie am gesunden Hoden, vom Hodensack (Scrotum) her, simultan zur Hodenentfernung (Orchiektomie) durchgeführt. Vorteilhaft zeigt sich die frühzeitige Diagnose einer eventuell bestehenden Präkanzerose, so dass eine Therapie durch Bestrahlung möglich ist, bzw. eine engmaschige Überwachung eingeleitet werden kann. Hierdurch kann die Hormonproduktion bei Einzelhoden erhalten werden, und somit auf eine Hormonersatztherapie bei beidseitigem Verlust der Hoden verzichtet werden. Die Spermienproduktion ist jedoch nach einer Bestrahlung des Hodengewebes nicht mehr gegeben.

IV. Die Operation des Hodentumors

Es erfolgt die Freilegung von der Leiste aus. Hier wird ein Hautschnitt durchgeführt und der Hoden aus dem Hodensack in das Operationsgebiet verbracht. Der Hoden wird dann, nach entsprechender Gewebeentnahme, histologisch während der Operation untersucht (sogenannte Schnellschnitt-Untersuchung). Handelt es sich um einen bösartigen (malignen) Hodentumor, muß eine Entfernung des Hodens und des Samenstranges erfolgen. Ist bereits durch die klinische Untersuchung oder den intraoperativen Befund sichergestellt, dass es sich um einen Tumor handelt, so kann auf die Schnellschnittuntersuchung verzichtet werden.

V. Die pathologische (feingewebliche) Untersuchung

Das Präparat wird vom Pathologen genauestens unter dem Mikroskop untersucht. Grundsätzlich werden die Tumore des Hodens in zwei Gruppen eingeteilt: seminomatöse Hodentumore und nicht-seminomatöse Hodentumore. Seltene andere Formen des Hodentumors sollen im Folgenden nicht berücksichtigt werden.

VI. Weiterführende Diagnostik

Nach der Bestätigung eines malignen Hodentumors muss eine computertomographische Untersuchung vom Bauchraum und Brustraum erfolgen (CT Thorax, Abdomen, Becken).

VII. Therapie des malignen Hodentumors

Die Therapie des Hodentumors erfolgt nach der pathologischen Diagnose und nach den Staginguntersuchungen (CT Abdomen, Becken, Thorax), sowie Höhe der Tumormarker. Es werden verschiedene Stadien des malignen Hodentumors klassifiziert, nach denen die Therapie ausgerichtet wird.

Die Urologische Klinik bietet das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie der Hodentumorerkrankungen an. Im Falle einer notwendigen Chemotherapie wird diese Therapie in Zusammenarbeit mit der Hämatoonkologie (Prof. Harder, Dr. Stengele), durchgeführt.

VIII. A) Therapie des Seminoms

Nach der durchgeführten Orchiektomie und den Staginguntersuchungen ist bei den niedrigen Stadien (keine Metastasierung in der Bildgebung) eine einmalige, ambulante Verabreichung eines Chemotherapeutikums (Carboplatin nach dem AUC7 Schema), alternativ kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Zeigen sich bereits größere Lymphknotenpakete, kann als primäre Therapie eine cisplatinhaltige Chemotherapie vonnöten sein.

VIII. B) Therapie des nichtseminomatösen Hodentumors

Wenn bei nichtseminomatösen Hodentumor in den Staginguntersuchungen keine Lymphknotenvergrößerung im Retroperitoneum auszumachen sind kann die Therapie verschieden aussehen. Es ist möglich eine Operation mittels einer Entfernung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum vorzunehmen, da man bei 30 % der Patienten klinisch occulte Mikrometastasierungen im Retroperitoneum findet. Des Weiteren ist es möglich auch eine Surveillance (Überwachungs-) Therapie durchzuführen, bei der der Patient engmaschig nachuntersucht wird. Dies erfordert eine hohe Compliance (Zuverlässigkeit) des Patienten und ist mit einigem Risiko im Sinne einer Therapieeskalation bedacht. Möglich ist es ein risikoadaptiertes Überwachen nach einigen Kriterien des Grundtumors (Gefäßeinbrüche, Embryonalzellkarzinomanteil) durchzuführen. Weiterhin ist es auch möglich statt der Operation primär zwei Zyklen einer Chemotherapie zu applizieren. Nachteil ist hier die durch die Chemotherapie bedingte Toxizität bei Fertilitätsstörungen unklaren Ausmaßes.

Die meisten Kliniken in Deutschland führen zur Zeit noch die Operation im Sinne einer ejakulationsproduktiven retroperitonealen Lymphadenektomie durch.
Sind bei nichtseminomatösen Hodentumoren bereits Lymphknotenvergrößerungen im Computertomogramm zu erkennen, so sind auch hier zwei therapeutische Wege möglich. Der häufigere Weg ist die retroperitoneale Lymphadenektomie in einer nervschonenden Technik um die Ejakulation des Patienten zu erhalten (die Nerven für die Potenz sind durch die Operation nicht betroffen). Nach Erhalt der histologischen Untersuchung der entfernten Lymphknoten kann eine konsolidierende Chemotherapie angeschlossen werden. Der umgekehrte Weg mit einer primären Chemotherapie und einer eventuellen Resektion eines Residualtumors nach Chemotherapie ist auch denkbar.
Sowohl im Stadium 1 als auch im Stadium 2 bei niedrigen Tumormarkern und Metastasen einzig in Lymphknoten oder Lunge ist auch beim nichtseminomatösen Hodentumor eine gute Prognose zu bescheinigen mit Überlebensraten um die 95 %.

IX. Therapie der malignen Hodentumor in fortgeschrittenen Stadien

Bei einem fortgeschrittenem Stadium mit Metastasierung steht immer am Anfang die Chemotherapie. In Einzelfällen kann hier auch eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzellseparation notwendig sein. Nach Durchführung der Chemotherapie erfolgt ein Re-Staging. Zeigen sich hier eine Normalisierung der Tumormarker mit einer Regression der Lymphknotenmetastasen im Retroperitoneum, muß über eine sekundäre retroperitoneale Lymphadenektomie nachgedacht werden. Hier wird die Indikation bei den nicht-seminomatösen Hodentumoren deutlich früher als bei Restraumforderungen bei primär seminomatösen Hodentumoren gestellt werden müssen. Bei Patienten mit sehr hohen Tumormarkern bei einem Tumor der primär außerhalb des Hodens gewachsen ist, bei Metastasen in der Leber, im Knochen, im zentralen Nervensystem (ZNS) oder im Magen-Darmtrakt ist die Prognose mit Überlebensraten von 50 % deutlich schlechter als bei den vorher beschriebenen Patienten.

X. Nachsorge des Hodentumors

In der Nachsorge muss im 1. und 2. Jahr in 3-monatigen Abständen (körperliche Untersuchung, Tumormarker, Röntgen Thorax und im Wechsel CT Abdomen und Sono-Abdomen) durchgeführt werden. Im 3. bis 5. Jahr müssen halbjährliche Kontrollen erfolgen. Die Bestimmung von Serum-Testosteron und LH wird alle 6 Monate durchgeführt. Bei Patienten, die initial keine kontralaterale Hodenbiopsie erhalten hatten ist eine Hodensonographie 2 x pro Jahr im 1. und 2., sowie jährlich im 3. und 5. Jahr indiziert. Der Wert der Tumornachsorge nach dem 5. Jahr ist nicht gesichert, wenn sie dennoch durchgeführt wird, sollte sie halbjährlich erfolgen. Bei besonderer Risikokonstellation ist sicherlich die Nachsorge zu intensivieren. Ein besonderes Nachsorgeprogramm gilt für Patienten im Surveillanceprogramm.

Kinderurologie

In unserer kinderurologischen Ambulanz behandeln wir das komplette Spektrum der Kinderurologie. Neben unserer Sprechstunde findet die stationäre Betreuung unserer Patienten in Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder und Jugendliche statt. Durch unsere enge Kooperation mit dem bundesweit bekannten Kinderurologen Dr. Seibold sind wir in der Lage, auch für Kinder mit komplexen urogenitalen Fehlbildungen, eine kompetente heimatnahe Versorgung anbieten zu können.

Monatlich findet eine spezielle Sprechstunde mit den Schwerpunkten Hypospadie und vesikorenaler Reflux statt. Auch ggf. notwendige Operationen können in unserer Klinik durchgeführt werden. Wenn ein Kind z. B. wegen einer Operation stationär aufgenommen werden muss, besteht die Möglichkeit, dass ein Elternteil mit im Krankenhaus übernachtet. Im Folgenden soll kurz auf die häufigsten Krankheitsbilder, die bei uns behandelt werden, eingegangen werden.

Phimose

Bei der Phimose handelt es sich um eine Verengung der Vorhaut, die verhindert, dass die Vorhaut sich hinter die Eichel streifen läßt.
Läßt sich die Vorhaut zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr noch nicht zurückstreifen oder beim Auftreten von Vorhautentzündungen sollte die urologische Vorstellung erfolgen. Je nach Ausprägung der Phimose kann zunächst eine Salbenbehandlung versucht werden, bei hochgradiger Verengung oder nach erfolgloser Salbenbehandlung sollte die Circumcision (operative Vorhautentfernung) erfolgen. Dieser Eingriff wir in unserer Klinik nach Zuweisung vom Kinderarzt oder Urologen ambulant durchgeführt.

Weitere Informationen zum Ablauf können Sie unserem Informationsblatt entnehmen.

Hodenhochstand

Beim Hodenhochstand hat der Hoden noch nicht seine natürliche Lage im Hodensack eingenommen, es gibt verschiedene Ausprägungen:

Kryptorchismus

Der Hoden ist nicht tastbar

Leistenhoden

Der Hoden ist in der Leiste tastbar, läßt sich aber nicht in den Hodensack ziehen

Gleithoden

Sonderform des Leistenhodens, bei der sich der Hoden in den Hodensack ziehen läßt, aber sofort wieder in die Leiste zurück gleitet.

Pendelhoden

Der Hoden befindet sich meist im Hodensack, kann aber auch in die Leiste zurück gleiten. Der Pendelhoden bedarf meist keiner Behandlung.

Um eine Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit zu vermeiden sollte die Behandlung im ersten Lebensjahr erfolgen. Bei Verdacht auf einen Hodenhochstand wird zunächst die genaue Lage des Hodens mittels körperlicher und Ultraschalluntersuchung festgestellt. Abhängig von der Ausprägung des Hochstandes und des Alters erfolgt dann die Therapieentscheidung. In unserer Klinik bieten wir neben der Diagnosesicherung sowohl die konservative als auch die operative Behandlung einschließlich der laparoskopischen Hodensuche an.

Vesicorenaler Reflux

Bei vesicorenalem Reflux kommt es zu einem Rückfluss von Urin in den Harnleiter oder die Niere. Bei einer Harnwegsinfektion können dadurch Keime in die Niere gespült werden und dort eine Nierenbeckenentzündung verursachen. Durch wiederholte Nierenbeckenentzündungen kann es sogar zu einem Verlust der Nierenfunktion kommen.

Je nach Ausprägung des Refluxes und dem Auftreten von Harnwegsinfekten besteht die Möglichkeit einer konservativen oder einer operativen Therapie.
Bei der operativen Behandlung des Reflux arbeiten wir mit Dr. Seibold einem spezialisierten Kinderurologen und der Klinik für Kinder und Jugendliche zusammen.

Hypospadie

Bei der Hypospadie handelt es sich um eine Fehlmündung der Harnröhre. Die Harnröhrenöffnung kann dabei im Bereich der Eiches liegen, im schweren Fällen aber auch am Penisschaft. Bei der Fehlmündung im Bereich des Penisschaftes, Verengung der Harnröhrenmündung oder einer Verkrümmung des Penisschaft sollte eine operative Korrektur erfolgen. Diese Eingriffe führen wir in unserer Klinik in Zusammenarbeit mit Dr. Seibold und der Klinik für Kinder und Jugendliche durch.

Laparoskopische (minimal-invasive) Operationen

Laparoskopische (minimal-invasive) Operationen roboter-assistiert (da Vinci) und konventionell (radikale Prostataentfernung inkl. Lymphknotenentfernung, Nierenentfernung, Nierenbeckenplastik, Krampfaderbehandlung des Hodens)

Medikamentöse Tumortherapie in der Urologie

Nicht immer sind bösartige Tumore alleine durch eine Operation zu behandeln. Insbesondere bei fortgeschrittenen Tumoren oder bei metastasierten Tumoren braucht es zusätzliche Therapiestrategien. Neben der Strahlentherapie kommt hier die medikamentöse Tumortherapie zum Einsatz. In den letzten Jahren hat die medikamentöse Tumortherapie revolutionäre Fortschritte erzielen können. Wichtig sind der optimale Einsatz der verfügbaren Substanzen in den jeweiligen Stadien, sowie der richtige Zeitpunkt der Therapie. Die Therapiestrategien werden von uns in Zusammenarbeit mit u.a. Onkologen und Strahlentherapeuten im interdisziplinären Tumorboard festgelegt.´Ein Teil dieser medikamentösen Tumortherapien wird ambulant durchgeführt (durch niedergelassenen Urologen oder Onkologen). Die Therapien, für die ein stationärer Krankenhausaufenthalt nötig ist, werden in unserer Klinik angeboten.

Chemotherapien beim Blasenkarzinom:

  • die transurethrale Resektion von Blasentumoren wird in unserer Klinik in photodynamischer Technik durchgeführt (d.h Markierung von bösartigen Zellen durch eine vor der Operation in die Blase instillierte Substanz) um bessere Ergebnisse zu erzielen. Nach der Blasentumorresektion führen wir direkt im Anschluss an die Operation eine Frühinstillation von Mitomycin (lokal einwirkendes Chemotherapeutikum) in die Blase durch. Dadurch können Tumorrezidive besser reduziert werden.
  • Blaseninstillationstherapien (z.B. mit Mitomycin oder BCG) werden oft im Anschluss an die transurethrale Resektion von Blasentumoren durchgeführt. Diese erfolgen ambulant durch den niedergelassenen Urologen.
  • Bei fortgeschrittenen Blasentumoren muss oft die Harnblase operativ entfernt werden. In Studien hat sich gezeigt, dass eine Chemotherapie vor der operativen Entfernung der Harnblase den Patienten einen signifikanten Überlebensvorteil verschafft. Diese sogenannte neoadjuvante Chemotherapie wird deshalb in den aktuellen Leitlinien empfohlen. Wir führen bei geeigneten Patienten diese neoadjuvante Chemotherapie durch. Meistens wird dazu Cisplatin + Gemcitabin in 3 Zyklen verabreicht. Ein Zyklus dauert dabei 21 Tage, wobei nur am Tag 1 und Tag 2, sowie am Tag 8 jeweils eines o.a. Chemotherapeutika verabreicht wird.
  • Zeigt sich nach operativer Entfernung der Harnblase ein fortgeschrittener Tumor oder Lymphknotenmetastasen kann eine Chemotherapie im Anschluss an die Operation sinnvoll sein (adjuvante Chemotherapie). Meistens wird dazu Cisplatin + Gemcitabin in 4 (-6) Zyklen verabreicht. Ein Zyklus dauert dabei 21 Tage, wobei nur am Tag 1 und Tag 2, sowie am Tag 8 jeweils eines o.a. Chemotherapeutika verabreicht wird.
  • Bei metastasierten Blasentumoren kann eine Chemotherapie eingesetzt werden zur Bekämpfung der Metastasen oder zur Linderung von Symptomen (palliative Chemotherapie). Hier stehende mehrere Substanzen zur Verfügung (u.a. Cisplatin; Carboplatin; Gemcitabin; Vinflunin).

Chemotherapien beim bösartigen Hodentumor:

  • bösartige Hodentumoren werden üblicherweise zunächst durch die operative Entfernung des befallenen Hodens behandelt.
  • Bestehen beim Hodentumor Metastasen ist eine Chemotherapie hoch effektiv und kann meistens eine Heilung herbeiführen.
  • Gelegentlich wird auch bei nicht metastasierten Hodentumoren eine Chemotherapie zur Reduktion der Rezidivrate empfohlen.
  • Meistens wird zur Chemotherapie das PEB-Schema eingesetzt (d.h. es wird Cisplatin + Etoposid + Bleomycin eingesetzt. Gelegentlich wird Bleomycin durch Ifosfamid ersetzt).
  • Je nach Fall werden 1-4 Zyklen verabreicht. 1 Zyklus dauert 21 Tage. Es werden am Tag 1-5, sowie am Tag 8 und am Tag 15 Chemotherapeutika verabreicht.
  • Zur sicheren Applikation der Chemotherapie empfehlen wir die Anlage eines Ports. D.h. es wird in einer ambulanten kleinen Operation ein venöses Zugangssystem unter die Haut eingelegt (meist unterhalb des rechten Schlüsselbeins), das mit einer größeren Vene verbunden wird.
    Der Port kann nach Ende der Chemotherapie wieder entfernt werden.
  • Portsystem
    Portsystem

Chemotherapie beim Peniskarzinom:

  • Beim Peniskarzinom stehen zunächst operative Therapien im Vordergrund.
  • Bei metastasiertem Peniskarzinom kann eine neoadjuvante Chemotherapie (vor der operativen Sanierung) oder eine adjuvante Chemotherapie (im Anschluss an die operative Entfernung des Primärtumors) oder eine palliative Chemotherapie (zur Linderung von Beschwerden) erfolgen.
  • Zur Chemotherapie werden u.a. Paclitaxel, Cisplatin und 5FU verwendet.

Prostatakarzinom:

Die medikamentöse Tumortherapie bei Prostatakarzinoms (u.a. Hormonmanipulation; Abirateron; Enzalutamid; Alpharadin; Chemotherapien wie Docetaxel und Cabacitaxel) werden in aller Regel ambulant durchgeführt.

Nierenzellkarzinom:

Beim metastasierten Nierenzellkarzinom gibt es große Fortschritte in der medikamentösen Tumortherapie, die Therapien sind in steter Fortentwicklung. Diese Therapien werden in aller Regel ambulant durchgeführt.

Neurourologie

Die Neurourologie beschäftigt sich mit den urologischen Folgen von neurologischen Erkrankungen, wie multiple Sklerose (Encephalitis disseminata), Morbus Parkinson, Diabetes mellitus, Querschnittverletzungen, Spina bifida (Myelomeningocele) u.v.m.

Die normale Blasenfunktion besteht in der Speicherung von Urin. Dies geschieht im Normalfall ohne wesentliche Druckerhöhungen während des Speichervorganges, sowie der koordinierten, restharnfreien Blasenentleerung. Für dieses komplexe Zusammenspiel ist eine komplizierte Nervenversorgung der Blase nötig. Wird dieses System an einer Stelle geschädigt, wie zum Beispiel durch eine Querschnittverletzung im Bereich des Rückenmarks, so hat dies Auswirkungen auf die Blasenfunktion. Leider gehen hiermit nicht nur Blasenentleerungsstörungen oder Inkontinenz einher, häufig können sich langfristig auch Organschäden, bis hin zur Niereninsuffizienz ausbilden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man Blasenfunktionsstörungen ernst nimmt und sie genau untersucht bzw. im Verlauf immer wieder kontrolliert. Hierfür stehen verschiedenen Untersuchungsinstrumente zur Verfügung:

  • An erster Stelle steht immer das direkte Gespräch mit dem Betroffenen und meist ist es sinnvoll im Vorfeld für einige Tage ein Miktionstagebuch zu führen, in dem vermerkt wird, wann wie viel getrunken wurde und wann wie viel Urin gelassen wurde.
  • Im Weiteren sind Harnstrahlmessungen, häufig ergänzt durch eine Elektromyographie des Beckenbodens, mit anschliessenden sonografischen Restharnbestimmungen erforderlich.
  • Um die Blasenentleerung und insbesondere die Druckverhältnisse bei Blasenentleerung zu beurteilen, wird die Blase mit einem dünnen Mess-katheter über die Harnröhre mit einem Röntgenkontrastmittel gefüllt und später die Blasenentleerung mittels Röntgendurchleuchtung und simultaner Druck- und Harnflussdokumentation ermittelt (sogenannte Video-Urodynamik)
  • Je nach Fragestellung werden noch zusätzliche Provokationstests der Blase durchgeführt, um die Diagnose stellen und eine gezielte Therapie einleiten zu können.

Aus diesen Untersuchungsbefunden lassen sich Rückschlüsse auf die Schädigung der Nervenversorgung der Blase ziehen und individuelle Behandlungskonzepte erstellen.

Es kann notwendig sein, die Blase mit Medikamenten ruhigzustellen (sogenannte Anticholinergika-Medikamente welche den Blasenmuskel gezielt, für die Dauer der Medikamenteneinnahme, lähmen) und parallel einen regelmässigen (in der Regel 4-6 x täglich), sterilen Einmalkatheterismus durchzuführen. Bei Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen für diese Anticholinergika (z.B. Engwinkelglaukom – spezielle Form des grünen Stares) kann die Blase mit transurethralen Botox®-Injektionen in den Blasenmuskel (Detrusor) ruhiggestellt werden. Diese Wirkung der Behandlung mit Botulinumtoxin hält im Mittel 6-9 Monate an, bevor sie wiederholt werden muss.

Wichtig für jeden Menschen mit einer Blasenentleerungsstörung ist die Anbindung an einen Urologen mit neurourologischer Erfahrung, um langfristige Probleme zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen und entsprechend behandeln zu können.

Nierenkrebs

Jährlich treten in Deutschland rund 7.000 bösartige Veränderungen der Niere auf. Das Nierenzellkarzinom macht somit insgesamt ca. 3 % aller bösartigen Tumorerkrankungen aus. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter, kann aber auch bei Kindern vorkommen. In seltenen Fällen (2-3 %) findet sich eine familiäre Häufung.

Häufig werden Nierentumoren heute als so genannter Zufallsbefund im Routine-Ultraschall in der hausärztlichen Praxis entdeckt. Zur Planung einer erfolgreichen Therapie sollte dann eine Schnittbildgebung (Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)) des Bauchraumes erfolgen.

Unter Zuhilfenahme der Bildgebung erfolgt dann eine Einteilung nach Größe des Nierentumors und der eventuell vorhandenen Streuung in Lymphknoten oder andere Organe. Je nach Größe des Tumors kann in unserer vorstationären Sprechstunde die genau auf den Patienten abgestimmte Therapie geplant werden:
Lokal begrenzte Tumoren können heute zu großen Anteilen unter Erhalt der Niere operiert werden. Modernste, roboter-assistierte Verfahren (daVinci-System) erlauben uns dabei eine besonders schonende und präzise Operationstechnik. So führt unsere Klinik im jährlichen Durchschnitt über 70 % der nierenerhaltenden Operationen mit Hilfe schonender Robotertechnologie durch. Vorteile sind neben genauester Schnittführung das frühe Wiedererlangen der Mobilität, der geringe Blutverlust, sowie der niedrige Bedarf an Schmerzmitteln nach dem Eingriff.
Bei bereits lokal-fortgeschrittenen Tumoren sollte die befallene Niere komplett entfernt werden um eine vollständige Krebsfreiheit zu erreichen. Je nach Größe des Befundes führen wir dies in minimal-invasiver Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) oder mittels konventioneller Schnittoperation durch.
Sollten sich bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben können wir Ihnen darüber hinaus in enger Zusammenarbeit mit dem Onkologischen Zentrum im Hause eine individuelle Therapieplanung anbieten.
Unabhängig vom Operationverfahren wird das entnommene Gewebe zur feingeweblichen Untersuchung in die Pathologie geschickt. Die endgültige Einteilung und Planung einer eventuellen weiteren Therapie erfolgt nach Erhalt des mikroskopisch-pathologischen Befundes.

In Zusammenarbeit mit der radiologischen Klinik am Klinikum Konstanz (Prof. Juchems) bieten wir in ausgewählten Fällen, wenn aufgrund schwerer Begleiterkrankungen eine Operation nicht in Frage kommt und der Tumor klein genug ist, die sogenannte Radiofrequenzablation, oder eine selektive Tumorembolisation an.
Bei der Radiofrequenzablation (RFA) wird eine Sonde computertomografisch durch die Haut in den Tumor eingebracht. Über die Sonde wird der Tumor erhitzt und so das Tumorgewebe von innenheraus verkocht.
Bei der selektiven Tumorembolisation wird die Durchblutung der Krebsgeschwulst unterbrochen, indem die zum Tumor führenden Gefäße mit kleinen Metallspiralen (sogenannte Coils) verschlossen werden. Um die Coils platzieren zu können, wird in der Regel ein arterieller Gefäßzugang in der Leiste benötigt, über welchen eine Spezialsonde vorgeschoben wird. Durch Gabe von Kontrastmittel kann die Gefäßversorgung der Niere, sowie des Tumors dargestellt werden und nun selektiv die Gefäße, welche den Tumor versorgen, durch das Einbringen der Coils verschlossen. Durch die Unterbindung der Durchblutung wird ein Absterben des Gewebes herbeigeführt.

Je nach Operationsverfahren müssen Sie mit einem Klinikaufenthalt von 5-10 Tagen rechnen. Dabei werden Sie rund um die Uhr von unserem erfahrenen Team betreut. Sollten Sie besondere Bedürfnisse oder Wünsche haben, dürfen Sie uns diese im Rahmen des Aufnahmegespräches gerne mitteilen. Im Anschluss an Ihren Aufenthalt übernimmt Ihr Urologe in enger Zusammenarbeit mit uns wieder die ärztliche Betreuung.

In den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff sollten Sie sich körperlich nur leicht belasten (spazieren gehen), erst nach und nach können sportliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Bis zur stärkeren körperlichen Anstrengung (Joggen, Tennis, Gartenarbeit) sollten sechs Wochen vergehen. Aus urologischer Sicht können Sie alles essen und trinken, was Ihnen bekommt und schmeckt. Pro Tag sollten Sie zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Die gesunde Niere wird innerhalb kurzer Zeit die Funktion der operierten Niere übernehmen. Ihr behandelnder Arzt wird dies durch die regelmäßige Bestimmung von Blutwerten überwachen.

Bei Nierentumoren, welche bereits in die Lymphknoten oder andere Organe gestreut haben, erfolgt zunächst eine Vorstellung in unserem interdisziplinären (fächerübergreifenden) Tumorboard statt. Hier wird mit allen betroffenen Fachabteilungen der individuelle Fall besprochen und diskutiert, um eine optimale Behandlungsstrategie nach der aktuellsten, wissenschaftlichen Datenlage für Sie zu erstellen. Bei sehr weit fortgeschrittenen Nierentumoren kann es erforderlich sein, vor der operativen Behandlung zunächst eine medikamentöse Behandlung des Tumors durchzuführen, um den Tumor zu verkleinern und eine Operation damit zu erleichtern und das hiermit verbunden Risiko zu minimieren. Die Therapie fortgeschrittener, metastasierter Nierenzellkarzinome richtet sich einerseits nach der Art des Nierentumors (histopathologische Diagnose). Da es sich um eine Erkrankung handelt, welche den gesamten Körper befallen hat, ist es auch erforderlich eine Therapie durchzuführen, welche im gesamten Körper wirken kann.
Je nach Tumorart und Stadium kommen sogenannte „target Therapeutika“ für eine systemische Behandlung in Betracht.

Tumoren (bösartige Geschwulste)

Sämtliche operativen Therapieverfahren der urologischen Tumoren einschließlich radikaler Zystektomie (Blasenentfernung bei Tumor) mit Harnableitung inkl. Ersatzblasenbildung. Radikale Prostatektomie (Prostataentfernung bei Tumor) laparoskopisch-minimal-invasiv und offen (retropubisch, perineal)

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